Märkte am Mittag

Wassermangel zeigt deutliche Spuren


Die Trockenheit heizt den Weizenkursen in Chicago und Paris ein. Die Notierungen an der Euronext erreichen den höchsten Stand in diesem Jahr. Vorverkäufe für Getreide und Raps sind derzeit attraktiv.

 

Euro sinkt tief
Der Euro bricht bis auf 1,1511 US-$ ein. Das ist der niedrigste Stand seit Sommer vergangenen Jahres. Die Italienkrise wirkt sich auch auf die Aktienmärkte aus. Italienische Aktien sowie deutsche Bankenkurse schmieren ab. Währungsbedingt kommt es zu Aufschlägen beim Raps an der Euronext. EU-Weizen wird durch den schwachen Euro im Export vergleichbarer zu den Offerten vom Schwarzen Meer.

Getreide: Wer hätte gedacht, dass der Weizenmarkt noch einmal eine solche Wende nimmt? Wer jetzt Abnehmer findet, die Weizen dringend benötigen, kann ein richtiges Schnäppchen machen. Bis zur Mittagsstunde klettert der September-Weizen an der Euronext auf 187,00 €/t, gegenüber dem Vortag ein Plus von 2,75 €/t. Der viel beachtete Dezember-Termin schafft es sogar auf 190 €/t. Einige Händler benötigen aktuell Weizen, um noch die Schiffe mit Weizen nach Saudi-Arabien zu bestücken. In die Verkaufsgespräche neue Ernte kommt Bewegung. Die Gerste ist ein gefragter Artikel, hier gibt es schon Abschlüsse für Exporte in den Büchern. Preise ex Ernte zwischen 155 und 160 €/t in Ostdeutschland für die Gerste sind durchaus möglich.

Die Abgeber von Weizen sind vorsichtig, selbst wenn die Gebote in Mitteldeutschland oberhalb von 160 €/t ab Station liegen. Denn die Trockenheit in vielen Bundesländern in Nord- und Ostdeutschlands könnte zur Qualitätsproblemen führen, so dass man sich noch nicht auf konkrete Liefervereinbarungen einlassen möchte. Im Westen und Süden ist die Lage entspannter, hier kommt es häufiger zu Schauern oder Gewittern. Die Vegetationszeit ist in den ostdeutschen Bundesländern meist zu kurz, die Kornfüllungsphase steht an. Wenn es weiterhin so trocken bleibt, geht ein Teil des Getreides bald in die Notreife, mutmaßt ein Marktteilnehmer.

 

Raps: An der Euronext kommt es im Zuge der Wettermärkte ebenfalls zu Kursaufschlägen. Am Dienstag notiert der Erntemonat August für Raps mit 365,50 €/t um 2,75 €/t besser als am Montag. Währungsbedingt steigen die Kurse. Zudem belasten Meldungen über schwache Erträge von Raps die Marktentwicklung. Es wird im Nordosten mit der schlechtesten Raps-Ernte in den drei vergangenen Jahren gerechnet.

 

Euro/Dollar: Der Euro bricht am Dienstag bis auf 1,1511 US-$. Das ist der niedrigste Stand seit Sommer vergangenen Jahres. Ein Vorteil, im Export ist deutscher Weizen mittlerweile vergleichbar mit den Schwarzmeerofferten.

 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats