Märkte am Mittag

Weizenimporte aus Osteuropa


Bild: az

Der deutsche Markt wird derzeit mit Einfuhren von Weizen aus alten Kontrakten beliefert. Die Ware stellt nicht alle zufrieden.

Derzeit ist es für die Mischfutterwerke nicht so einfach, Ware zu bekommen. Die geringeren Erntemengen machen sich bemerkbar. Auf den Höfen liegt auch nicht mehr so viel freier Weizen, weil doch vor der Ernte rund ein Drittel der geplanten Ernte vorkontrahiert wurde. Durch die Ertragsausfälle ist das Angebot auf den Betrieben oder im Erfassungshandel deutlich geringer als in Vorjahren.

In der kommenden Woche wird ein Frachter mit 50.000 t Weizen aus Bulgarien im Raum Südoldenburg erwartet. Allerdings ist die Freude begrenzt, denn vorherige Lieferungen zeigten, dass die Qualitäten sehr kritisch zu bewerten sind. Die Mischer sind auf Importe angewiesen, da beispielsweise aus Süddeutschland wegen des Niedrigwassers wenig Ware auf dem Rhein oder nur zu hohen Frachten Richtung Südoldenburg bewegt werden kann. Futterweizen in Südoldenburg wird mit rund 215 €/t bewertet.

Am Hamburger Markt wird eine Prämie von 2 €/t auf die Kurse an der Euronext für B-Weizen erhoben. Am Freitagmittag steht Dezember-Weizen bei 201,25 €/t. Immer mehr verdichten sich Berichte, wonach Deutschland einen Teil der Lieferungen von Weizen nach Saudi-Arabien übernehmen könnte. Dabei handelt es sich meist um alte Kontrakte, die jetzt verschifft werden. Saudi-Arabien hatte einen Tender von 495.000 t Weizen vor einigen Wochen ausgeschrieben. Auch Nachbarländer wie Dänemark oder das Baltikum können wegen der schlechten Ernte weniger liefern. "Der Handel braucht starke Nerven", sagte ein Marktteilnehmer aus Norddeutschland. Spätestens im Frühjahr dürfte der Markt leer gefegt sein und die Kurse bis zum Anschluss an die neuen Ernte steigen. Vor allem fehlt Futtergetreide.

Auch Mais ist knapp. Händler berichten, dass in Kürze zwei Maislieferungen über 35.000 t und 30.000 t aus der Ukraine in Brake ankommen sollen. An der Euronext notiert der Maiskontrakt für Januar bei 174,75 €/t.

Dem Rapsmarkt fehlen seit Mittwoch Impulse aus den USA. Dort war am Donnerstag Thanksgiving-Feiertag und am heutigen Freitag sind die Börsen nur kurz geöffnet. An der Euronext in Paris ist zum Mittag Raps für Februar leicht schwächer bei 368,50 €/t.

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