Märkte am Morgen: Getreide

160-Euro-Marke wackelt

Die Gründe für niedrige Kurse nehmen Überhand. In Polen stehen kleinere Verladungen in den Ostseehäfen an.

 

Weizen: Die Notierungen an der Pariser Börse Euronext verabschieden sich versöhnlich ins Wochenende mit einem Plus von 0,50 auf 160,50 €/t. Immerhin war doch der Kontrakt am Donnerstag unter die 160-Euro-Marke gerutscht. Das Handelsvolumen beschreiben Börsianer als gering.

Weiterhin ist das Exportgeschäft mau, einzig die stabile Nachfrage nach Futtergetreide stützt die Kurse. Für Weizen, der in Südoldenburg in den Futtertrog fließt, muss mit 173 €/t mehr bezahlt werden als für Weizen an den Seehäfen. Am Hamburger Markt betragen die Aufschläge für exportfähigen Weichweizen 3 bis 4 €/t auf den März-Termin an der Euronext. Ferner halten sich Landwirte und Erfassungshändler mit Verkäufen zurück, sodass der Markt nicht mit Ware überhäuft ist.

 

In Polen büßt Futterweizen seine Prämien ein aufgrund einer schwachen Nachfrage. Die Kurse gaben im Wochenverlauf um 10 bis 15 Zloty auf 660 bis 690 Zloty/t nach, das sind umgerechnet 156,50 bis 163,60 €/t zur Lieferung im Dezember ans Mischfutterwerk. Die polnischen Mischfutterhersteller bauen zu diesen günstigen Preisen ihre Bestände auf. Auch in Polen verlaufen die Exporte auf niedrigem Niveau. So wird ein Schiff in Gdynia mit 35.000 t für die Türkei beladen. Im Hafen in  Stettin ist eine kleine Ladung über 5.000 t nach Portugal am Start. Dennoch halten Exporteure Ausschau nach polnischem Weizen mit 14,5 Prozent Protein. Mit 740 bis 745 Zloty/t zur Lieferung an das Hafensilo im Dezember/Januar liegt das Niveau unverändert zur Vorwoche

 

Somit gelangen aus Europa keine wirklichen Impulse nach Chicago. März-Weizen notiert am vergangenen Freitag nahezu unverändert bei 4,18 US-$/bushel gegenüber Vortag. Sommerweizen in Minneapolis  kann leicht zulegen, während Weizen in  Kansas und Chicago unverändert notieren. Die Hoffnungen der Börsianer steigen angesichts der fallenden Notierungen. Damit könnte US-Weizen weiter an Profil im Export gegenüber den Schwarzmeer-Offerten gewinnen.

Mais: Noch verleiht die Trockenheit in Argentinien den Mais-Kursen an der CBoT Stütze. Ansonsten wäre das Kursdesaster größer aufgrund des weltweit erdrückenden Maisangebots und der starken brasilianischen Maisexporte ausgefallen. Doch die Wetterprognosen sehen Regen. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) meldet den Verkauf von 134.500 t Mais nach Costa Rica. Am vergangenen Freitag rutscht der neue Frontmonat März bei Mais auf 3,47 US-$/bushel. In Paris dümpelt Mais für Januar mit 151 €/t vor sich hin.

Euro/Dollar: Der Euro hat sich etwas von seinen Verlusten der Vortage am Freitag erholt und kämpft mit der Marke von 1,18 US-$. Zum Wochenbeginn startet der Euro mit 1,1745 US-$.

 

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