Märkte am Morgen: Getreide

Ägypten verunsichert Exporteure


Lieferanten von Weizen nach Ägypten warten ungewöhnlich lange auf die Stellung von Zahlungsgarantien. Bullische Nachrichten kommen aus Indien.

Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif fielen am Mittwoch wieder unter 200 €/t. Der Dezember gab um 1,50 auf 199 €/t nach, mit knapp 3.000 gehandelten Kontrakten blieb der Umsatz aber klein. Das Interesse der Händler richtet sich auf den März-Future, der gestern mit einem Minus von 50 Cent bei 202,50 €/t schloss. Auch in Chicago waren die Vorzeichen rot. Der Dezember verlor 4,75 Cent auf 514,50 Cent/bushel (166,63 €/t).

Für Verunsicherung sorgten am Mittwoch Meldungen, wonach es bei der Bezahlung ägyptischer Weizenimporte zu Problemen kommen soll. Demnach gab es bei der Stellung von Zahlungsgarantien für Lieferungen von mehr als 900.000 t Verzögerungen.


In den USA waren Gewinnmitnahmen ein weiterer Grund für die nachgebenden Notierungen. Für Enttäuschung sorgt dort weiter die Exportnachfrage. Zwar ist US-Weizen auf dem Weltmarkt derzeit wettbewerbsfähiger als noch vor einigen Wochen, dennoch springt das Exportgeschäft nicht an. Die Exporte seit Beginn des Wirtschaftsjahres sind im Jahresvergleich um 18 Prozent gesunken. Die gesamten Exportverpflichtungen liegen nach Daten des US-Agrarministeriums um 13 Prozent unter dem Niveau von 2017/18.

Hitze und Trockenheit lässt in Indien die Furcht vor Ertragseinbußen wachsen. Nach einer Rekordernte in diesem Jahr (99,7 Mio. t) könnte die neue Ernte kleiner ausfallen, berichten indische Medien. Die Preise im Inland seien bereits gestiegen. Sollten sie weiter anziehen, könnte das die indische Regierung veranlassen, staatliche Reserven freizugeben oder die Importsteuern zu senken. Das Land strebt prinzipiell eine Selbstversorgung mit Weizen an, ist aber in den meisten Jahren auf Einfuhren angewiesen. 2017/18 importierte Indien 1,65 Mio. t Weizen, ein Jahr zuvor waren es 5,7 Mio. t.

Mais: Dem Maismarkt fehlen weiter die Impulse. In Chicago schloss der Dezember unverändert bei 374,25 Cent/bushel (130 €/t), spätere Termine gaben leicht nach. An der Matif konnte Mais um 1,25 auf 174.50 €/t zulegen. Ansonsten fehlte es dem Markt gestern an neuen Meldungen. Wegen der Veranstaltungen zum Gedenken an den verstorbenen ehemaligen Präsidenten George H. W. Bush am Mittwoch wird der EIA-Report zur Ethanol-Produktion erst am heutigen Donnerstag veröffentlicht. Die frühe Pflanzung der Sojabohnen in Brasilien wird zu besseren Bedingungen für die zweite Pflanzsaison führen. Analysten in Brasilien erwarten, dass davon vor allem die Mais- und Baumwollproduktion profitieren werden.

Coceral hat die europäische Maisernte 2018 leicht nach oben korrigiert. Bessere Erträge auf dem Balkan sorgten für eine Anhebung der Prognose um 600.000 t auf 60,5 Mio. t, das wären nur 200.000 t weniger als im Vorjahr.

Euro/US-Dollar: Trotz schwacher Konjunkturdaten in der Eurozone kann sich der Euro behaupten. Heute Morgen notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1350 US-$.

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