Märkte am Morgen: Getreide

Bestände in Kansas enttäuschen

In Kansas steht der Winterweizen schlechter da als vor einem Jahr. Auch in Australien sind die Aussichten für die kommende Ernte schlecht. An der Matif kann Weizen weiter zulegen.

Weizen: Am Weizenmarkt verfestigte sich am Mittwoch die freundliche Stimmung. In Kansas, Minneapolis und Paris stiegen die Notierungen für die neue Ernte weiter an. An der CBoT schloss Weizen leicht schwächer und steht auch heute Morgen mit 5 Cent in Minus. Europäischer Weizen profitiert vom schwachen Euro, der sich auch gestern unter der Marke von 1,20 US-$ bewegte. Die Matif schloss mit einem satten Gewinn von 2,75 €/t. Der Mai kletterte bis auf 171,00 €/t und der September auf 175,75 €/t. Innerhalb von zwei Handelstagen haben die Notierungen in Paris damit um knapp 5 €/t zugelegt.

In den USA trüben sich die Aussichten für die neue Ernte weiter ein. Sorgen bereitet nicht nur die verzögerte Aussaat des Sommerweizens. Auch die Winterweizenbestände präsentieren sich in einen enttäuschenden Zustand. In dieser Woche werden die Flächen in Kansas inspiziert. Die ersten Bewertungen sehen ein Ertragspotenzial, von 38,2 bushel/acre, das ist deutlich weniger als zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr als 42 bushel/acre vorhergesagt worden waren.

Auch in Australien sind die Aussichten für die kommende Weizenernte alles andere als gut. Fehlender Regen hatte schon im vergangenen Jahr zu einem Einbruch der Erträge geführt. Weil auch in den vergangenen Monaten nur unterdurchschnittliche Niederschläge gefallen sind, müssen die Farmer nun ihren Weizen in ausgetrocknete Böden drillen. Im wichtigsten Weizenstaat Western Australia blieben die Niederschläge im März und April um fast drei Viertel unter dem Durchschnitt. Analysten bezweifeln, dass die von Abares bisher prognostizierte Ertemenge von 23,7 Mio. t noch erreicht werden kann. Dazu müsste es in den kommenden Wochen reichlich regnen. Aktuelle Wetterprognosen gehen jedoch davon aus, dass es bis Juli eher heiß und trocken bleiben wird.

Mais: Am Maismarkt blieb es gestern relativ ruhig. Die Notierungen in Chicago tendierten leicht schwächer. Der Mai verlor 0,75 Cent auf 3,96 US-$/bushel (129,80 €/t). In Paris legten die Notierungen dank des Rückenwindes durch den Weizen bei geringen Umsätzen ebenfalls zu. Der Juni schloss mit einem Plus von 1,75 auf 167,25 €/t.

Schätzungen von INTL FCStone für die brasilianische Maisernte sind um 2,6 Mio. t auf 83,9 Mio. t gekürzt worden und liegen damit deutlicher unter der Vorhersage des USDA von 92 Mio. t. Die US- Ethanolproduktion ist laut EIA in der vergangenen Woche leicht gestiegen. Auch die Bestände stiegen gegenüber der Vorwoche an.

Euro/US-Dollar: In der vergangenen Nacht ist der Euro bis auf 1,1938 US-$ gefallen, das war der tiefste Stand seit Mitte Januar. Heute Morgen kann sich die Gemeinschaftswährung leicht erholen und notiert bei 1,1988 US-$. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoh bei 1,2007 US-$ festgesetzt. Unterstützung erhielt der US-Dollar gestern durch positive Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt.

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