Märkte am Morgen: Getreide

Bullen finden keine Nahrung


Farmer in den USA wollen mehr Winterweizen drillen. In Russland schrumpfen die Erwartungen an die Weizenernte weiter. Der Euro zeigt sich überraschend stark.


Weizen:
Nach den kräftigen Kursverlusten der vergangenen Woche findet der internationale Weizenmarkt noch keine neue Richtung. Die CBoT schloss am Mittwoch mit einem Minus von 1 Cent bei 5,98 US-$/bushel und notiert heute Morgen bei 5,00 US-$/bushel (157 €/t) leicht im Plus. An der Matif stand für den September zum Börsenschluss ein kleiner Gewinn von 50 Cent auf 197,50 €/t. Spätere Termine bis zum September 2019 gaben um 25 bis 75 Cent nach, weil ein starker Euro die Stimmung drückte.

Bullische Nachrichten können die Händler derzeit nicht aus ihrer Lethargie reißen. Eine neue Einschätzung der Analysten von IKAR zur russischen Weizenernte blieb ohne spürbare Reaktionen. Das Moskauer Institut reduzierte seine Erwartungen für die russische Weizenernte um 1,2 auf 69,6 Mio. t. Das Exportpotenzial wird weiter bei 32,5 Mio. t gesehen. Das USDA geht derzeit von 68 Mio. t Weizen aus Russland aus und rechnet mit Exporten von 35 Mio. t.


In den USA sorgten Regenfälle dafür, dass sich die Aussaatbedingungen für Winterweizen verbessert haben. Die Anbaufläche könnte deshalb im Vergleich zum vergangenen Jahr wachsen. Farm Futures schätzt die Aussaat auf 33,6 Mio. Acre, das sind 2,6 Prozent mehr als das USDA derzeit erwartet. Beim Sommerweizen und Durum ergab die Befragung unter Landwirten eine voraussichtliche Fläche von 14,7 Mio. Acre, das sind 2,5 Prozent weniger als die USDA-Prognose. Die gesamte Weizenfläche von 48,3 Mio. Acre (19,56 Mio. ha) liegt 1 Prozent über den aktuellen USDA-Schätzungen und bedeutet gegenüber der Aussaatfläche zur Ernte 2018 einen Zuwachs um 5 Prozent.

Die staatliche ägyptische Agentur GASC kaufte am Dienstag 350.000 t Weizen; 60.000 t wird die Ukraine liefern, der Rest kommt aus Russland. Der Preis war niedriger als in dem Tender vor zwei Wochen.

Mais: Mit Verlusten von 5 bis 6 Cent gab Mais in Chicago etwas stärker nach. Der September verlor 5,75 Cent auf 3,41 US-$/bushel (115 €/t) und notiert heute Morgen unverändert. Die hohen Ertragserwartungen und die nach wie vor günstigen Wettervorhersagen im Corn Belt setzen die Notierungen weiter unter Druck.

Farm Futures befragte die Landwirte auch nach ihren Plänen für die Maisaussaat im kommenden Jahr. Demnach könnte die Fläche auf 90,8 Mio. Acre (37,77 Mio. ha) steigen, das wären 0,6 Prozent mehr als in diesem Jahr. Das USDA erwartet für 2019 derzeit eine Maisfläche von 89,1 Mio. Acre. Wegen des langen zeitlichen Abstands zur Aussaat gelten die Zahlen aber als nicht sehr verlässlich. Abhängig von der Marktentwicklung könnten sich die Pläne der Landwirte in den kommenden sieben bis acht Monaten noch ändern.

Euro/US-Dollar: Der Euro notierte gestern erstmals seit einem Monat wieder über 1,1700 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1710 US-$ fest. Heute Morgen wird der Euro mit 1,1693 US-$ gehandelt. Das neue Handelsabkommen zwischen den USA und Mexiko wird von Analysten zwiespältig aufgenommen. Es sei besser als ein Handelskrieg, aber schlechter als das alte Nafta, weil es die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder erschwere, kommentieren Analysten die Einigung. Der US-Dollar gab deshalb auch gegenüber dem Euro nach.

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  1. Thomas Bock
    Erstellt 29. August 2018 09:05 | Permanent-Link

    Da ist wohl wieder mal ein Fehlerteufel unterwegs:
    Von 5,98 auf 5,00 ist bei mir nicht plus eins.

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