Märkte am Morgen: Getreide

Chicago schließt tief im Minus


Die Furcht vor einer schwachen Exportnachfrage setzt den Weizenmarkt unter Druck. Auch die gute Bestandsentwicklung in Europa und am Schwarzen Meer belastet.

Weizen: Nach dem Ruhetag am Montag gaben die Weizennotierungen in Chicago am Dienstag deutlich nach. Der März fiel um 14,5 Cent auf 489,75 Cent/bushel. In Minneapolis verlor Sommerweizen 17,5 Cent auf 555,50 Cent/bushel und in Kansas Hard Red Winter 15,75 Cent auf 460,75 Cent/bushel. Heute Morgen notiert die CBoT bei 491,75 Cent/bushel (159,26 €/t). Der schwache Markt in Chicago zog auch die Notierungen an der Matif nach unten, wo der März um 1,25 auf 194,25 €/t nachgab.

Getrieben werden die Kursverluste von der Furcht um das Exportgeschäft. In der Woche bis zum 14. Februar summierten sich die Weizenexporte der USA auf 357.000 t, das waren 35,5 Prozent weniger als in der Vorwoche und 15,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Belastend wirken die derzeit verhaltende Nachfrage in Nordafrika und die hohen Lagerbestände in der EU und den USA. Mit Spannung wird der Ausgang einer Weizenausschreibung Ägyptens erwartet, für die heute die Gebote abgegeben werden müssen. Das Land sucht eine nicht näher bestimme Menge zur Lieferung vom 5. bis 15. April.


Auch die gute Bestandsentwicklung des Winterweizens in der EU, Russland und der Ukraine liefert den Bären Argumente. Zudem wird in Indien eine Rekordernte von 100 Mio. t Weizen erwartet. Mit 29,84 Mio. ha ist die Fläche nur wenig kleiner als im Vorjahr (29,98 Mio. ha). Die jüngsten Regenfälle und Hagelschauer hätten keine Schäden angerichtet, zitieren indische Medien den Direktor des General Indian Council of Agriculture Research (ICAR). Die bisher größte Weizenernte hatte Indien 2017/18 mit 99,7 Mio. t.

Mais: Der Maismarkt konnte sich vergleichsweise gut halten. Der März schloss mit einem Minus von 5 Cent bei 369,75 Cent/bushel. Heute Morgen wird er bei 372,75 Cent/bushel (129,33 €/t) gehandelt. Paris schloss uneinheitlich. Der März legte um 1,25 auf 173,50 €/t zu, spätere Termine gaben zum Teil leicht nach. Gestützt wurde der Maismarkt von einer guten Exportnachfrage. In der Woche bis zum 14. Februar lagen die Ausfuhren bei 942.000 t; das war etwas weniger als im Vorjahr, lag aber um ein Viertel höher als in der Vorwoche. Wegen des Feiertags am Montag wird der EIA-Report zur Ethanolproduktion erst morgen veröffentlicht.

Gute Preise veranlassen die Landwirte in Brasilien zu einer Ausdehnung der Fläche für die zweite Maisernte. Eine Reuters-Umfrage errechnete daraus gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Produktion um 21 Prozent auf 65,3 Mio. t. Die Anbaufläche soll auf 12 Mio. ha ausgedehnt werden. Im vergangenen Jahr hatten zu geringe Niederschläge zu Ertragseinbußen geführt.

Euro/US-Dollar: Die Finanzmärkte reagierten am Dienstag zunächst nervös auf schwache Konjunkturzahlen aus Italien, die den Euro unter 1,1300 US-$ zog. Später konnte sich der Euro erholen und notiert heute Morgen bei 1,1341 US-$.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats