Märkte am Morgen: Getreide

China erntet 170 Mio. t mehr Mais

Der globale Maismarkt wird durch neue Zahlen aus der Volksrepublik durchgeschüttelt. In den vergangenen Jahren wurde dort viel mehr produziert als bisher gedacht.

 

Weizen: Einen Tag vor der Veröffentlichung des neuen Wasde gaben die Weizen-Notierungen in Chicago leicht nach. Soft Red Winter verlor 1,75 Cent auf 510,25 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 508,25 Cent/bushel (163,40 €/t). In Kansas und Minneapolis waren die Verluste etwas größer. In Paris tat sich wenig. Der Dezember startete freundlich, konnte sich den gesamten Handelstag über der 200-Euro-Linie halten und schloss am Abend unverändert bei 201,25 €/t.


Vom November-Wasde, den das USDA heute Mittag Washingtoner Zeit veröffentlicht, erwarten Analysten ein leichtes Abschmelzen der globalen Endbestände um 730.000 t auf 259,46 Mio. t. Bei der australischen Ernte ist einer Korrektur nach unten bereits eingepreist. Bei den US-Exporten für die Woche bis zum 1. November erwarten Analysten eine Menge von 300.000 bis 600.000 t. Japan sucht in einer Ausschreibung, die am Mittwochabend geschlossen wurde, 120.000 t Futterweizen und 200.000 t Gerste zur Lieferung im Februar.

Mais: Auch die Maisnotierungen gaben im Vorfeld des neuen Wasde leicht nach. Der Dezember schloss mit einem Minus von 1 Cent bei 372,25 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 371,25 Cent/bushel (128 €/t). In weiten Teilen des Corn Belts wird in den nächsten Tagen mit einem Kälteeinbruch gerechnet, der Frost und Schneefälle bringen wird. Dennoch sollten die Farmer in der Lage sein, die Maisernte rechtzeitig einzubringen, meinen Analysten. Die wöchentliche Statistik der EIA zeigte einen leichten Anstieg der Ethanolproduktion und ein deutlich stärkeres Anwachsen der Bestände. Im Wasde rechnen Analysten mit einem Abschmelzen der US-Endbestände um 38 Mio. bushel (965.000 t) auf 1,775 Mrd. bushel (45,1 Mio. t).

Mit neuen Zahlen zur Maisproduktion, die in China veröffentlicht wurden, müssen die bisherigen Annahmen zur globalen Produktion und den Beständen in einem völlig neuen Licht gesehen werden. Das China National Grain and Oils Information Center (CNGOIC) veröffentlichte eine überarbeitete Statistik für die vergangenen zehn Jahre und korrigierte das Ergebnis der Ernte 2017 um 20 Prozent oder 43 Mio. t auf 259 Mio. t nach oben. Als Grund nennt die Statistikbehörde eine deutlich größere Anbaufläche, die statt der erwarteten 35,5 bei 42,4 Mio. ha gelegen habe.

Die Maisernte 2016 wurde auf 263 Mio. t revidiert, das sind 43 Mio. t mehr als das USDA bisher in den Bilanzen hatte. Laut den aktuellen Daten des CNGOIC soll es 2015 eine Rekordernte von 265 Mio. t gegeben haben, das wären noch einmal 40 Mio. t mehr als bisher in Washington kalkuliert wurde. Grundlage für die völlig andere Einschätzung der chinesischen Maisproduktion ist die Landwirtschaftszählung des chinesischen Statistikamts im vergangenen Jahr. Deren Ergebnisse machten eine komplette Überarbeitung der bisherigen Produktionsdaten notwendig. Für die Ernte 2018 erwartet CNGOIC eine Maisernte von 259 Mio. t, das sind 44 Mio. t mehr als das USDA derzeit schätzt.

Für die Ernten 2015 bis 2018 ergibt sich so eine zusätzliche Menge von 170 Mio. t, die bisher in keinen Bilanzen verzeichnet sind. Das entspricht fast den derzeit vom USDA prognostizierten globalen Beständen von 185 Mio. t zum Ende des Wirtschaftsjahres 2018/19. Aufgrund der neuen Zahlen aus Peking erscheinen die Pläne der Regierung, mehr Mais in der Ethanolproduktion einzusetzen, schlüssig. Internationale Analysten hatten bisher bezweifelt, dass dafür in dem Land genügend Mais produziert wird. In ihren mittelfristigen Prognosen erwarteten sie stattdessen einen steigenden Importbedarf für Mais, den es vorerst wohl nicht geben wird.

Euro/US-Dollar: Nach den Wahlen in den USA gab der US-Dollar zunächst nach, konnte sich aber schnell erholen. Der Euro fiel am Abend wieder auf das Niveau vom Dienstag zurück und notiert heute Morgen bei 1,1429 US-$.

Themen:
China Mais Wasde USDA

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