Märkte am Morgen: Getreide

Angespannte Ruhe vor dem Wasde-Report

Wegen der Missernte, deren Ausmaß sich im aktuellen Verlauf immer deutlicher zeigt, rudert Australien mit seinen Exportaussichten für Gerste, Sorghum, Weizen und Raps 2017/18 zurück.

 

Weizen: Nach Angaben des australischen Getreideamtes Abares dürften die Weizenlieferungen in der Saison 2017/18 um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen und bei nur noch 16,8 Mio. t liegen. Vor einer Woche hatte Abares eine Weizenernte von 21 Mio. t Weizen geschätzt. Angesichts der Schäden durch Dürre und Überschwemmungen dürfte auch das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) heute im Wasde-Report die bislang erwarteten australischen Weizenexporte von 17,5 Mio. t nach unten korrigieren.

Rege Umsätze verzeichnete am Montag in Chicago der Weizenkontrakt zur Lieferung im März. Allerdings erreicht er mit 4,14 US-$/bushel seinen niedrigsten Stand, seit er im Juli 2015 aufgelegt wurde. 

SovEcon berichtet von einer neuen Höchstmenge der russischen Weizenernte von bis zu 84,2 Mio. t im Jahr 2017. Die Meldung wirkt wie ein Nackenschlag an der CBoT. Hinzu kommt die Stärke des US-Dollars. Um wettbewerbsfähig am Weltmarkt zu sein, wäre ein weiterer Rückgang der Weizenpreise ein logischer Schritt. Bisher habe der Rückgang der Preise für Weizen nur bescheidene Wettbewerbsvorteile gebracht, lautet ein Kommentar von Analysten der Bank of Australia.

Unterdessen bewertet UkrAgroConsult 47 Prozent der  Wintersaaten in der Ukraine in einem guten Zustand, vor einem Jahr waren es nur 38 Prozent. Die russischen Weizenexporte in den vergangenen zehn Monaten erreichen nunmehr 24,5 Mio. t, das sind fast 5 Mio. t mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

In den USA hingegen fällt die Zwischenbilanz der Weizenexporte enttäuschend aus. Die wöchentlichen Weizenausfuhren liegen mit 317.000 t weit unter den Vorjahresmengen.  In der Vermarktungssaison 2017/18 (Juni/Juli) erreichen die US-Weizenexpote 13 Mio. t Weizen und liegen damit rund 1 Mio. t unter Vorjahr.

In Paris verabschiedet sich der Dezember-Kontrakt als einziger mit einem Plus und beendet sein Dasein mit 157,25 €/t. Der März-Termin gibt hingegen um 0,75 auf 160,75 €/t nach.

USA liefern Mais nach Mexiko

Mais:
Sowohl in Paris als auch in Chicago dominieren vor dem Wasde-Report die Kursverluste bei Mais. An der Euronext fällt der März-Termin moderat auf 153,25 €/t. Die Weizenschwäche bleibt nicht ohne Folgen für den Mais. Der März-Kontrakt sinkt auf 3,48 US-$/bushel; und dass, obwohl sich die wöchentlichen Exporte stetig verbessern und in der Vorwoche bei 658.403 t liegen. Ferner berichtet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) vom Verkauf über 110.000 t Mais nach Mexiko. Dennoch bleiben die Gesamtausfuhren seit Beginn der Vermarktungssaison im September bis Anfang Dezember 2017  mit 8,5 Mio. t weit unter den entsprechenden Vorjahreslieferungen in Höhe von 14,6 Mio. t


Mit Spannung erwarten die Händler den für heute Abend angekündigten Wasde-Report. Zum einen rechnen sie mit einem Abschmelzen der Maisbestände in den USA, zum anderen mit einem leichten Rückgang der globalen Lagerbestände.

Euro/Dollar: Mit dem personellen Wechsel an der Spitze der US-Notenbank Fed rechnet der Handel jetzt fest mit einem Anstieg des US-Leitzinses. Am Mittwoch steht bei der Fed die Entscheidung an. Der Leitzins könnte um 0,25 Prozentpunkte und damit in die Spanne zwischen 1,25 und 1,50 Prozent steigen. Der Euro verbesserte sich marginal auf 1,775 US-$.

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