Märkte am Morgen: Getreide

Winter lässt Russland kalt

Ein starker Euro lähmt den Handel an der Börse in Paris. In den USA sinken die Weizen-Futures in Reaktion auf den Wasde-Report. Am heutigen Martin-Luther-King-Feiertag sind die US-Börsen geschlossen.

Weizen: Die Weizenfutures an der CBoT gaben in Reaktion auf die Veröffentlichung des Wasde-Reports am vergangenen Freitag kräftig nach. Zwar schätzte das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die Winteraussaatfläche von Weizen auf ein 109-Jahres-Tief. Doch hatten Marktteilnehmer im Vorfeld des Januar-Berichts mit einer noch größeren Flächeneinschränkung gerechnet. Vielmehr belasten die unerwartet hohen Bestandsdaten von US-Weizen die Kurse am Freitag. Der Weizenkontrakt für März sank um 12 Cent auf 4,20 US-$/bushel.

In Paris an der Euronext lähmen die niedrigen EU-Exportzahlen von Weizen im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18 den Handel. Das USDA hält für die EU nur noch 27 Mio. t Weizen im Export bereit. Der Weizentermin März erreicht am Freitag mit 157,25 €/t ein neues Kontrakttief. Der starke Euro verhindert weitere Korrekturen. Die starke europäische Gemeinschaftswährung nimmt den Exporteuren allen Mut, dass das Geschäft sich beleben könnte. Die EU-Länder haben von Juli 2017 bis zum 9. Januar 2018 rund 11 Mio. t Weizen exportiert, das sind 20 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2016/17.

Zudem hat das USDA die russischen Weizenexporte für das Wirtschaftsjahr 2017/18 auf 35 Mio. t erneut höher geschätzt. Und es gibt derzeit in Russland keine Anzeichen für eine eingeschränkte Logistik mitten im Winter. Die Verschiffungen am Schwarzen Meer sind nicht beeinträchtigt. Hingegen hat Russland von Januar bis November rund 23 Mio. t Weizen exportiert. Ägypten bleibt der wichtigste Kunde, der den günstigen russischen Weizen schätzt. Aber auch Argentinien prescht vor und liegt mit seinen Offerten rund 20 US $-/t unterhalb der französischen Lieferungen nach Algerien.

Mais: Der Wasde-Report übt weiteren Druck auf die Maisnotierugen aus. Um 2 Cent enden die Kurse schwächer. Die Analysten erwarten eine leicht größere Maisernte in den USA für 2017/18. Auch die Maisbestände in den USA schwellen weiter an. An der CBoT schließt der März-Kontrakt bei 3,46 US-$/bushel um 2,50 Cent schwächer. An der Euronext verliert Mais auf 155,50 €/t.

Euro/Dollar: Der Euro steigt am Freitag auf ein Drei-Jahres-Hoch gegenüber dem US-Dollar. Berichte, wonach die Europäische Zentralbank eine geldpolitische Wende einleiten könnte, indem bestimmte Programme eingeschränkt werden, verunsichern. Die europäische Gemeinschaftswährung hat am Freitag mit 1,21 US-$  den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht.
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