Märkte am Morgen: Getreide

Algerien kauft Weizen in Frankreich

US-Ausfuhren werden mit einem schwachen US-Dollarkurs immer günstiger. Hingegen haben andere Exportländer das Nachsehen. Algerien soll Weizen in Frankreich kaufen.

 

Weizen: Je mehr der US-Dollarkurs fällt, desto mehr verlieren europäische Agrarprodukte an Wettbewerbsfähigkeit im Export. Seit Dezember 2014 gab es zuletzt einen US-Dollarkurs von 1,25 €/t, der gestern erreicht wurde. 

Die Weizenkurse an der Pariser Börse Euronext schließen am Donnerstag unverändert gegenüber Vortag mit 156,50 €/t. Unterstützung gab es durch einen Tender in Algerien. Voraussichtlich dürfte Frankreich Weizen liefern und oder Argentinien, schätzen Händler.  

Ferner hat Tunesien eine Ausschreibung von 100.000 t Durumweizen eröffnet zur Lieferung zwischen 5. März und 25. April. Am heutigen Freitag endet die Bieterfrist. Marktteilnehmer rechnen damit, dass ebenfalls Frankreich den Zuschlag erhalten dürfte. 

Die Exportbilanz der EU bleibt dennoch enttäuschend. In der vergangenen Januarwoche wurden EU-Statistik rund 340.000 t ausgeführt. Die gesamten EU-Weizenausfuhren 2017/18 belaufen sich bis Mitte Januar auf knapp 12 Mio. t das sind 17 Prozent weniger als zum Vergleichszeitraum 2016/17. Die Durumausfuhren gingen mit aktuell knapp 500.000 t um 27 Prozent gegenüber zurück.  

Aber auch für die Schwarzmeerländer wird der US-Dollarkurs zu einem gewissen Problem. Der Rubel fällt ebenfalls. Ein Rubel kostet 55,50 US-Dollar, zuletzt gab es das im Juli 2015.

Aber auch andere Länder, die ihre Exporte mit der US-Währung abrechnen verlieren derzeit an Wettbewerbsfähigkeit bei einem schwachen Dollarkurs der mit einem Verhältnis von 88.429 gegenüber anderen Währungen ein Drei Jahres Tief erreicht. Gegen Ende des Tages erholte sich der Kurs etwas, nachdem US-Präsident Donald Trump bekräftigte, er wolle einen sicheren Greenback. Nach dieser Ankündigung erholten sich die nachbörslichen Notierungen wieder. Insgesamt gaben die Weizenkurse an der Chicagoer Börse je nach Lieferdatum ein uneinheitliches Bild ab. Der Frontmonat März verzeichnete ein leichtes Plus und schloss bei 4,34 US-$/bushel. Es kam erneut zu umfangreichen kurzfristigen Deckungskäufen, die den Handel derzeit dominieren.

Hingegen verbuchten die übrigen Termine Verluste. Unterstützung lieferte die Aussicht auf steigende US-Weizenexporte. Zudem breitet sich die Trockenheit in den südlichen US-Plains weiter aus. Dort soll es auch in den kommenden 14 Tagen nicht regnen. Aber auch weite Teile von West Texas, Oklahoma und das südwestliche Kansas haben seit zwei Monaten keinen ausreichenden Regen gesehen. 

Hard Red Winter, der in den südlichen Plains wächst konnte am Donnerstag an der Börse in Kansas City leicht zulegen und endete bei 4,35 US-$/bushel für März.

 

Mais: Die Maiskurse wurden von den US-Dollarkapriolen im Börsenverlauf kalt erwischt und mussten ihre Gewinne abgeben. Am Ende gab es ein Minus von 1,25 Cent auf 3,55 US-$/bushel. Besorgte Nachrichten kommen aus Argentinien. Dort sollen die Maispflanzen ebenfalls unter der Trockenheit leiden. Offizielle Stellen verringerten die Maisfläche in Argentinien um 100.000 ha auf 8,7 Mio. ha.

 

Euro/Dollar: Enttäuscht wurden am Donnerstag alle Banker, die darauf hofften, dass EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz, etwas gegen den starken Eurokurs unternimmt. Stattdessen machte Drahi deutlich, dass die Notenbank unverändert bei ihrem extremen expansiven geldpolitischen Kurs bleibt und der Zins damit weiterhin bei null Prozent. Draghi betonte am Donnerstag ausdrücklich, dass die Zinsen in der Eurozone auch nach dem Ende des Anleihenkaufprogramms der EZB im September noch lange sehr niedrig bleiben werden. Er mache sich zwar Sorgen um den Anstieg des Euros, der die Inflation dämpft und die Exportmärkte schmälert. Die Wechselkursschwankungen verunsichern, aber sei dies nicht die Aufgabe der EZB daran etwas zu ändern. Der Eurokurs steigt auf einen neuen Höchststand von 1,25 US-$.





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