Märkte am Morgen: Getreide

Wasde schickt Weizen ins Minus

Die US-Getreidebörsen haben an den Wasde-Zahlen für Februar zu knabbern. Die Exportaussichten sind für die EU und die USA alles andere als rosig.

Weizen: Die Weizen-Notierungen an allen US-Börsen endeten am Donnerstag nach Bekanntgabe des Februar-Reports des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) schwächer. In Chicago verlor der März-Weizen um 4,25 auf 4,56 US-$/bushel, umgerechnet 136,49 €/t. Für Weizen hob das USDA in seinem Wasde-Bericht seine Prognose für die US-Endbestände 2017/18 weiter nach oben als die Börsianer erwartet hatten. Zudem stuften die US-Analysten die US-Exporte von Weizen 2017/18  herunter. Hard Red Winter, der in Kansas City an der Börse gehandelt wird, wies eine besondere Schwäche auf und gab im März um 1,4 Prozent auf 4,74 US-$/bushel nach.

Für die USA senkt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die US-Weizenexporte für das Vermarktungsjahr 2017/18 um fast 600.000 t auf knapp 26 Mio. t Weizen, für die EU geht es sogar 1,0 Mio.t bergab auf nur 26,0 Mio. t. Vor einem Jahr erreichten die EU-Weizenexporte noch 27,3 Mio. t, vor zwei Jahren sogar 34,7 Mio. t. Überraschend löst Indonesien Ägpyten als weltweit größten Einkäufer von Weizen ab. An der Euronext trübt die schwachen Exportaussichten die Stimmung. Der Weizen-Kontrakt rutscht 0,50 auf 159,75 €/t.

Dürre breitet sich aus

Einige Unterstützung für einen größeren Absturz der Weizenkurse brachte eine andere Präsentation des USDA über den Saatenstand von Getreide in den USA. Über den gesamten Bericht schwebt die Trockenheit in den südlichen US-Plains, wo der meiste Hard Red Winter heranwächst. Während sich die Dürre in Texas und Oklahoma weiter ausbreitet, gibt es einen leichten Rückgang in Kansas. Dafür aber steigen die Werte für Gebiete in der Kategorie "extreme" und "schwere" Dürre. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass nach der leichten Aufregung um die USDA-Zahlen die Wettermärkte wieder in den kommenden Wochen die Kurse stützen.

Mais: Weniger deutlich, als man nach den USDA-Zahlen annehmen könnte, verlief das Handelsgeschäft an der CBoT für Mais. Obwohl das USDA im Wasde-Report für Februar seine Prognose für die US-Lagerbestände deutlicher als erwartet senkte, verzeichnete der März-Termin am Donnerstag an der CBoT nur einen winzigen Gewinn auf 3,65 US-$/bushel, umrechnet 117 €/t. Mais besitzt nach den Worten eines Händlers die Unfähigkeit, mehr zu gewinnen. Denn das USDA erwartet für die Saison 2017/18 auch einen Anstieg der US-Maisexporte. An der Euronext gibt Mais für die Märzlieferung auf 154,25 €/t nach.

Euro/Dollar: Der Euro entfernt sich mit 1,2237 US-$ deutlich von seinem Zwischenhoch bei rund 1,25 US-$. Am Donnerstag gab es im Haushaltsstreit keine Einigung. Damit droht wieder ein Shut down in den USA. Er könnte nur von kurzer Dauer sein, denn zur Stunde berät erneut der Senat.

stats