Märkte am Morgen: Getreide

Iran verhandelt mit Moskau


Sowohl in Paris als auch in Chicago gingen die Weizennotierungen mit Abstrichen ins Wochenende. Die Exportprognosen bleiben für die EU eingetrübt.

Der Iran verhandelt über einen Weizenimportvertrag mit Russland, der es ihm erlauben würde, die Mehlexporte in den benachbarten Irak zu erhöhen. Die Vereinbarung würde die Einfuhr von 100.000 t russischem Weizen im  Monat für private Müller beinhalten, die dann Mehl für den Export produzieren würden, sagte ein Regierungsvertreter. "Wir haben ein kleines finanzielles Problem zu lösen, aber danach werden wir in der Lage sein, das Geschäft abzuschließen", ergänzte er.

Die Weizenmärkte steuerten zum Wochenende auf ein Minus zu. Es kam zu chart-basierten spekulativen Verkäufen der Futures, da Händler vor dem langen Wochenende Gewinne mitnehmen wollten. Eine geringe Exportnachfrage von US-Weizen drückt am Freitag zusätzlich auf die Preise. März-Weizen sank auf  4,57 US-$/bushel, umgerechnet 135,58 €/t. Der Freitag begann mit kleinen Zuwächsen aufgrund von Nachrichten über Ernteverzögerungen in Brasilien. Aber Gewinnmitnahmen schienen für Manche zu groß zu sein.

In Kansas City zeigte der März-Hard-Red-Winter-Kontrakt Überraschungsgewinne. Dieser Futures schloss den Tag bei 4,78 US-$/bushel. Schließlich gingen die Preise für Sommerweizen in Minneapolis leer aus. Der März-Kontrakt verlor 3,25 Cent auf knapp 6,05 US-$/bushel. Dieser Rückgang kam, nachdem das Analystenhaus Informa seine Frühjahrs-Weizenanbaufläche gegenüber dem Vorjahr erhöhte. Die Analysten von Informa rechnen mit einer Anbaufläche für Sommerweizen von 11,25 Mio. acres in den USA.

Maisexporte überraschen

Mais: Der Maismarkt tendiert bei ruhigem Handel an der Börse in Chicago am vergangenen Freitag einen Tick schwächer. Der März-Kontrakt verlor 0,25 Cent und beendete den Tag bei 3,67 US-$/bushel, umgerechnet 116,62 €/t. Nach soliden Exportverkäufen wurde am Freitag der private Verkauf von 116.000 t US-Mais nach Japan bekannt. Zu den Faktoren, die die US-Maisausfuhren jetzt unterstützen, gehören Argentiniens Wetterprobleme und steigende Preise in der Ukraine. Es wurde ein wenig eingepreist, dass die Märkte aufgrund von Hitze und Trockenheit in Südamerika eine schlechte Erntequalität erwarten. Die Getreidebörse von Buenos Aires bewertet nun 14 Prozent der Ernte als gut oder exzellent. Der Frontmonat für Mais an der Euronext endet mit einem Minus von 153,45 €/t, Juni- und August-Termine leuchten hingegen grün.

Euro: Im Lauf des Freitags geht der Euro auf 1,2429 US-$ zurück.  Die Abschwächung des Euros wird mit der Erholung des US-Dollars durch den Eintritt von US-Investoren in das Handelsgeschehen im Tagesverlauf an den Börsen begründet. Ungeachtet dessen hat der US-Dollar in den vergangenen Tagen deutlich verloren. Die Commerzbank macht die steigende US-Staatsverschuldung dafür verantwortlich.
stats