Märkte am Morgen: Getreide

Frost schadet US-Weizen


Der Handelskonflikt zwischen USA und China dominiert derzeit die Rohstoffmärkte. Die Weizennotierungen sind in stabiler Verfassung. Mais gibt etwas nach. In Frankreich streiken die Bahnarbeiter.

Weizen: Die französischen Eisenbahner streiken aus Protest gegen eine von der Regierung angekündigte Bahnreform. Der Konflikt könnte sich monatelang ziehen. Die Streikankündigungen stärken die Notierungen an der Euronext. Der Weizenkontrakt für Mai an der Euronext erklimmt die Marke von 167 €/t.  Das war es dann aber auch mit den preistreibenden Signalen, denn die Exportzahlen von Weizen für die EU im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18 sind auch nach Ostern alles andere als erfreulich und liegen bis zu 25 Prozent unter Vorjahr. Einziger Lichtblick war zum Wochenanfang ein Tender aus Algerien über 390.000 t.
Der deutsche Kassamarkt zeigt einen zarten Frühlingsaufschwung. Die Prämie für B-Weizen zur Lieferung im April liegt um 4,50 €/t über der Mai-Notierung in Paris. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Handelsstreit auch auf den inländlichen Markt auswirkt.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) befürchtet Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China auch für deutsche Landwirte. "Die Strafzölle Chinas haben bereits für Nervosität und für Preisrückgänge an den internationalen Märkten für Schweinefleisch gesorgt", sagte der Generalsekretär des Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, gegenüber der dpa. "Eine weitere Eskalation des Handelsstreites könnte zu weiteren Verwerfungen an den Agrarmärkten führen. Es muss vermieden werden, dass Landwirte und Verbraucher den Preis für diesen Handelsstreit bezahlen müssen."

Seit dem offenen Ausbruch des Handelskonflikts kam es in der Vorwoche zu heftigen Kursbewegungen im Handel mit Agrarrohstoffen. Nachdem es am Donnerstag zeitweise nach einer Entspannung ausgesehen hatte, ging es mit den Preisen kurz vor dem Wochenende wieder abwärts.

Die Weizennotierungen schließen in den USA am Freitag höher, vor allem der Sommerweizen in Minneapolis verzeichnet Gewinne. Wegen der anhaltenden Kälte in den nordamerikanischen Anbauregionen können die Farmer nicht rechtzeitig das Sommergetreide aussäen. Aber auch die Winterkulturen sind von den niedrigen Temperaturen zusätzlich zu der seit langem herrschenden Trockenheit gestresst. Die Kurse für den Soft Red Winter an der CBoT legen vor dem Wochenende um 7,50 Cent auf 4,72 US-$/bushel (umgerechnet 141 €/t) zu.

Mais: Der Maishandel steht unter dem Eindruck des Handelskonflikt zwischen USA und China. Denn auch US-Mais steht auf der geplanten Strafzoll-Liste von China, sollten die USA ihre angekündigten Zölle einführen. Das USDA meldet private Exporte von 100.000 t Mais nach Ägypten in der Woche vor Ostern, was den Kursen Unterstützung gibt.  An der Chicagoer Börse verliert der Frontmonat Mai leicht auf 388,50 US-$/bushel (umgerechnet 124,40 €/t). In Paris an der Euronext legt Mais eine Schippe drauf und schließt für den Mai-Kontrakt bei 167,50 €/t fester.

Euro/Dollar: Die Veröffentlichung der Produktionsdaten der deutschen Industrie fiel am Freitag niedriger aus als erwartet. Der Euro erholte sich im Tagesverlauf zu und kostete 1,2273 US-$. Zuvor hatte der Präsident der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell, weitere Zinsschritte in Richtung 2 Prozent angekündigt. Er zeigt sich zufrieden mit der US-Wirtschaft und schließt eine weitere Anhebung der Leitzinsen nicht aus.

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