Märkte am Morgen: Getreide

Geopolitische Unsicherheit lähmt Handel


Die angespannte geopolitische Lage und die Sorge vor einer Eskalation zwischen den USA, Russland und Syrien setzen den internationalen Handel und die Börsen unter Spannung. Mai-Weizen büßt Gewinne der Vortage ein.

Weizen: Von der Hausse nach Bekanntgabe des Wasde-Reports am Dienstag war am Mittwoch nur noch wenig zu spüren. Die Notierungen von Getreide und Ölsaaten notieren im Minusbereich. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump einer militärischen Auseinandersetzung in Syrien zwischen den USA und Russland schürt die Unsicherheit an den internationalen Börsen.

Die Euronext in Paris reagierte am Mittwoch verhalten auf die neuesten Zahlen des Wasde-Reports, die das USDA am Dienstagabend europäischer Zeit und damit kurz nach Börsenschluss veröffentlichte. Die wenig erfreulichen Kommentare zum schwachen Weizenexport der EU, die das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) erneut um 1 auf  24 Mio. t für das laufende Wirtschaftsjahr 2017/18 senkte, trübte die Stimmung ein. Ein kleiner Trost sind nach unten gesetzte EU-Endbestände sowie ein höher geschätzter Weizenverbrauch für den Futtertrog in der EU. Die Streiks der Bahnmitarbeiter in Frankreich verhindern eine reibungslose Logistik. Der Mai-Kontrakt an der Euronext gibt um 1 auf 166,50 €/t ab. 

Die Weizen-Futures an der Börse in Chicago schließen am Mittwoch am Tag eins nach dem Wasde-Report durchweg schwächer. Das USDA hatte die US-Weizenbestände nach oben korrigiert in seinem April-Report, was an der Börse nicht so gut ankam. Schließlich setzen die USDA-Analysten auch die globalen Weizenbestände auf eine neue Rekordhöhe von 271 Mio. t gegenüber den Vorjahresendbeständen von 254,6 Mio. t. Der Maikontrakt an der CBoT gibt am Mittwoch um 0,5 Prozent auf 4,87 US-$/bushel (umgerechnet 144 €/t) nach. An der 'Kältefront' in den USA deutet sich bisher keine durchschlagende Wetteränderung an. Insofern könnte es zu erheblichen Verzögerungen der Aussaatarbeiten von Sommerungen in den US-Anbaugebieten kommen.

Mais: Die Stimmung im Maissektor beschreiben Händler als unruhig. Sie gehen davon aus, dass die Mais-Anbaufläche in den USA aufgrund des späten Frühjahrs zurückgehen wird.

China wird ab dem 19. April 7 Mio. t vier Jahre alten Mais versteigern. Der Mais-Kontrakt zur Lieferung im Mai endet um 0,5 Prozent schwächer bei 3,87 US-$/bushel (123 €/t). Ähnlich warten Anleger in Paris auf neue Nachrichten. Der Maistermin schließt uneinheitlich am Mittwoch bei 167,25 €/t.


Euro/Dollar:
Der US-Dollar kommt durch den sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und Russland in Syrien unter Druck. Der Euro verbesserte sich am Mittwoch auf 1,2370 US-$ und kommt damit an das Niveau von Ende März heran. Die US-Notenbank (Fed) hält es angesichts positiver Wirtschaftsaussichten für möglich, die Leitzinsen zu erhöhen.

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