Märkte am Morgen: Getreide

Rumänien verliert Weizenexporte


Der internationale Weltwährungsfonds (IWF) warnt vor einem Handelskrieg. Die USA werden am heutigen Freitag Importzölle auf chinesische Waren erheben. Dann wird China zurückschlagen. Die Unsicherheit belastet die internationalen Agrarmärkte.

Weizen: Die Börse Euronext in Paris nimmt die schwachen Ertragsaussichten in Deutschland, Polen, im Baltikum sowie in Skandinavien kaum zur Kenntnis. Der Frontmonat September verharrt zum Börsenschluss am Donnerstag unverändert bei 180,25 €/t. Der Dezember-Termin fällt um 0,25 auf 184,00 €/t. Der schwache Euro verhindert ein größeres Absacken. Die Aktivitäten bleiben gering. Derzeit ist nicht geklärt, ob die Starkregenfälle der vergangenen Wochen die Qualitäten auch in Frankreich beeinträchtigt haben.

Die US-Weizennotierungen haben die Wasde-Zahlen, die einen globalen  Bestandsabbau von Weizen 2018/19 bestätigen, gewissermaßen über Bord geworden und bleiben auf der Verliererspur. Die Stärke des US-Dollars nach der Zinsanhebung der US-Notenbank in dieser Woche kann die Verluste etwas in Grenzen halten. Doch die Exportwürdigkeit von US-Weizen nimmt damit deutlich ab. Der Erntedruck belastet saisonal die Kurse. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) beziffert die wöchentlichen US-Weizenexporte auf 300.000 t. Am Donnerstag steht ein Settlement für Weizen, Termin Juli, in Höhe von 5,01 US-$/bushel (umgerechnet 159 €/t) auf der Tafel in Chicago, ein Rückgang um 15 US-Cent.

 

2018/19 wird es seit Langem auch einen Rückgang der weltweiten Weizenproduktion geben. Die russische Ernte schätzen Analysten auf 70 Mio. t, Australien dürfte unverändert wie im Vorjahr auf 20 Mio. t Weizen kommen. Die Trockenheit hat auch das Baltikum erwischt. Diese Länder hatten bisher verlässlich Qualitätsweizen geliefert. Da könnte es knapp werden. Auch Rumänien dürfte wegen der Trockenheit weniger Weizen ernten. Dies dürfte sich auf die Exportmöglichkeiten des EU-Landes, am Schwarzen Meer gelegen, auswirken. Das Beratungsunternehmen UkrAgroConsult gibt offzielle Daten bekannt. Rumänien hat von Juli bis März 2017/18 rund 4,7 Mio. t Weizen exportiert, das sind 23 Prozent weniger als im Vorjahr. In Gänze wurden aus Rumänien 2016/17 rund 6,7 Mio. t Weizen exportiert. Vor allem in Drittländer hat das Land deutlich weniger geliefert, nur 3,2 (Vorjahr: 5,0 ) Mio. t von Juli bis März 2018. Ägypten, Jordanien und Libyen bleiben die wichtigsten Käuferländer von Weizen aus Rumänien, heißt es bei UkrAgroConsult.

Mais: Die Mais-Kurse an der CBoT können am Donnerstag der allgemein schwachen Stimmung nichts entgegensetzen. Der Juli-Kontrakt verliert deutlich gegenüber Vortag bei 3,63 US-$/bushel (umgerechnet 123,45 €/t). Es kommt zu charttechnisch getriebenen spekulativen Verkäufen. Im mittleren Westen in den USA herrschen nach wie vor beste Aufwuchsbedingungen. Das USDA berichtet von wöchentlichen Exporten in Höhe von 940.000 t Mais alter Ernte und 240.000 t neue Ernte, sie liegen damit im Rahmen der Erwartungen.

An der Euronext in Paris gehen die Maisnotierungen mit 166,75 €/t unverändert gegenüber Mittwoch aus dem Handel.

Euro/Dollar: Die Aussicht auf eine Zinswende in Europa erst  im Sommer 2019 und die Hinweise von Notenbankchef Mario Draghi auf Abwärtsrisiken setzen den Euro unter Druck am Donnerstag auf 1,1610 US-$. Am Freitag steht der Euro bei 1,5690 US-$.

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