Märkte am Morgen: Getreide

Zweifel an russischer Exportstärke

Mit den russischen Weizenexporten könnte bei 30 Mio. t im laufenden Vermarktungsjahr Schluss sein. Die Kurse laufen heiß.

Weizen: Das russische Landwirtschaftsministerium reagierte auf die Berichte einiger Agenturen prompt und teilte in einer Erklärung mit, bei dem Treffen mit Getreideexporteuren sei es am Freitag um "Arbeitsfragen zum Exportvolumen“ gegangen. Aus Teilnehmerkreisen wurde bekannt, dass die Regierung eine Exportbegrenzung bei 30 Mio. t Weizen anpeilt.  Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat in seinem August-Report Wasde vor einer Woche die russischen Weizenexporte auf 35 Mio. t geschätzt.

An der Börse in Chicago lösten die Meldungen einen Kursanstieg am vergangenen Freitag aus. Der September-Weizenkontrakt kletterte um 18 Cent auf 5,60 US-$/bushel (umgerechnet 180 €/t). In Paris an der Euronext schließt der Weizen-Frontmonat September bei 211,50 €/t deutlich um 3,50 €/t höher. An der Euronext hielten sich die Meldungen aus Russland ebenfalls wacker. Zuletzt hatte Russland wegen der Hitzewelle und den vernichtenden Bränden im Land im August 2010 eine Exportsteuer verhängt.

In Deutschland haben die Bundesländer dem Agrarministerium Ernteschäden von 3 Mrd. € vorgelegt. In dieser Woche entscheidet der Bund, ob die Dürre eine nationale Katastrophe darstellt und der Staat finanziell den Betrieben hilft. Vorbörslich setzt sich die positive Stimmung in Chicago und Paris am Montag fort.

Derweil steigen die Exporte aus der Ukraine auf 960.000 t Weizen im Juli 2018. Das sind schon 18 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, berichtet UkrAgroConsult aus Kiew. Abnehmerländer von Weizen aus der Ukraine sind die EU, der Jemen, die Philippinen und Indonesien. Nach Ägypten sind die Lieferungen im Juli um 35 Prozent gesunken, dafür steigt der Bedarf aus Israel auf 104.000 t Weizen im Juli.

Mais: Entgegen dem Weizen ging es bei Mais wenig von der Stelle. Der September liegt mit 3,64 US-$/bushel (umgerechnet 125 €/t) fast unverändert am Freitag. Händler führten die Entwicklung auf einige Übertragungseffekte zurück, die einen gewissen Verkaufsdruck auslösten. An der Pariser Börse ist Mais ebenfalls noch in der Erholungsphase und gibt um 1,50 auf 190 €/t für den Frontmonat November nach.

Euro/Dollar: Der Euro hat sich am Freitag nach einem schwächer als erwartet ausgefallenen US-Verbrauchervertrauen etwas erholt und liegt wieder über 1,1433 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1391 (Donnerstag: 1,1370) US-$ fest.

 

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