Märkte am Morgen: Getreide

Russland überholt Frankreich


Weizen und Mais mit kräftigen Kurssprüngen am Dienstag. Überraschung bei Tender aus Ägypten. Euro leicht unter Druck.

Weizen: Technische Käufe im Vorfeld des USDA-Monatsberichts Wasde am Donnerstag und Schneesturmwarnungen haben die Weizennotierungen an der Börse in Chicago beinahe auf ein Zweimonatshoch getrieben. Der meistgehandelte Dezemberkontrakt ging am Dienstag mit einem Plus von 11 US-Cent bei 5,00 US-$/bushel (umgerechnet 167 €/t) aus dem Handel. Der Hard Red Weizen in Kansas beendete den Tag ebenfalls mit einem kräftigen Plus von 8 US-Cent bei 4,10 US-$/bushel. Händler hatten Short-Positionen geschlossen. Daneben könnte ein Schneesturm in Bundestaaten North Dakota und Montana die Ernte vom Frühlingsweizen negativ beeinflussen. Im Vorfeld des monatlichen Wasde-Berichts am Donnerstag erwarten Händler einen Endbestand an Weizen im laufenden Wirtschaftsjahr 2019/20 von etwa 1,01 Mrd. Bushel, etwa 3 Mio. bushel weniger als im September-Bericht.

Die US-Börsen zogen den Weizenkurs in Paris ebenfalls mit nach oben, auch wenn Russland in der ägyptischen Ausschreibung wegen geringerer Frachtkosten überraschend vor Frankreich landete, was den Aufwärtstrend etwas abbremste. Insgesamt kaufte Ägypten 295 Mio. t Weizen, 180 Mio. t aus Russland und 115 Mio. t. aus der Ukraine. Der Weizen für den Frontmonat Dezember beendete den Tag in Paris mit einem Plus von 1.50 € bei 178 €/t.

Mais Erwartete Schneefälle in Dakota und Minnesota treiben auch die Maiskurse nach oben. Der Dezemberkontrakt in Chicago erreichte im gestrigen Handel den höchsten Stand seit Mitte August und ging mit einem Plus von 8,75 US-Cent bei 3,95 US-$/bushel aus dem Handel (umgerechnet 142,14 €/t). In den von der Schneewarnung betroffenen Bundesstaaten ist noch ein erheblicher Teil der Ernte möglichen Verlusten ausgesetzt. In Minnesota haben 61 Prozent der Pflanzen das Black-Layer-Stadium noch nicht erreicht, in North-Dakota 78 Prozent und in South-Dakota 64 Prozent. Auf diese Gebiete entfallen etwa 18 Prozent der Anbaufläche. Ohnehin erwarten Händler, dass die Ertragsprognose des US-Agrarministeriums USDA am Donnerstag mit 167,5 bushel/acre um 0,7 bushel/acre geringer ausfällt, ohne dass im Wasde-Report die aktuellen Witterungsprobleme berücksichtigt werden. Das hätte einen möglichen Produktionsrückgang von 211 Mio. Bushel auf 12,88 Mrd. Bushel in den USA zur Folge. In Paris legte der Dezembermais 0,75 auf 165 €/t zu.

Euro: Am Dienstag hatten Aussichten auf ein Scheitern der Austrittsgespräche zwischen Brüssel und London den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung gab leicht nach auf 1,0986 US-$. Am Morgen wurde der Euro bei 1,0960 US-$  gehandelt.

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