Märkte am Morgen: Getreide

Deutsche Gerste für Saudis zu teuer


Der Gerstentender für Saudi-Arabien wird nicht mit hiesiger Ware gefüllt. An der Matif reagieren die Notierungen für die neue Ernte auf Wetterprognosen.

Weizen: In Chicago konnten die Weizennotierungen am Montag erneut zulegen. Der Frontmonat Mai schloss mit einem Plus von 3,5 Cent bei 469,5 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 472,25 Cent/bushel (153,35 €/t) erneut fester. Innerhalb von zwei Wochen hat Soft Red Winter damit um knapp 10 Prozent zugelegt. In Paris erwies sich der Widerstand bei 190 € einmal mehr als zu groß. Mai-Weizen schloss unverändert bei 189,50 €/t. Spätere Termine gewannen bis zu 1,50 €. Der Dezember ging bei 182,25 €/t aus dem Handelstag, das war der höchste Schlusskurs seit dem 18. Februar. Gestützt wird die neue Ernte durch die Furcht vor zu wenig Regen. In Westeuropa soll es in den kommenden Wochen weniger Niederschläge geben als üblich.


In den südlichen Bundesstaaten der USA entwickelt sich der Winterweizen gut. Der Crop-Progress-Report vom Montag zeigt für Kansas, Texas und Oklahoma deutlich bessere Werte als vor einem Jahr. In den nördlicher gelegenen Bundesstaaten North und South Dakota, Nebraska und Montana verzögern schneebedeckte oder überschwemmte Felder die Aussaat von Sommerweizen, die normalerweise Anfang April beginnt.

Die Weizenexporte der USA in der Woche bis zum 21. März lagen bei 340.000 t, das waren 11,6 Prozent weniger als in der Woche zuvor und lag nur 1 Prozent unter der Menge aus dem Vorjahr. Die EU exportierte bis zum 24. März 13,37 Mio. t Weizen (einschließlich Mehl), das waren 470.000 t mehr als eine Woche zuvor. Für das gesamte Wirtschaftsjahr beträgt der Rückstand zum Vorjahr nun 10 Prozent. Für Deutschland weist die Statistik einen Anstieg um 9.000 t auf 1,27 Mio. t aus. Frankreich konnte die Exporte im Wochenvergleich um 228.000 t auf 6,18 Mio. t steigern.

Der staatliche ägyptische Getreideeinkäufer GASC schrieb am Montag einen Weizentender aus. Die Ware soll Ende April bis Anfang Mai geliefert werden. Ergebnisse werden am heutigen Dienstag erwartet.

In Chicago beginnen sich die Anleger für die Berichte des USDA zu den Lagerbeständen und den Anbauabsichten in Stellung zu bringen. Gestützt wird der Markt durch die schwierigen Witterungsbedingungen in den nördlichen Bundesstaaten, Hoffnungen auf ein besseres Exportgeschäft und die umfangreichen Short-Positionen der institutionellen Anleger. Analysten erwarten, dass Short-Eindeckungen dem Markt bis zum Freitag Rückenwind geben. Sollten die Berichte bullisch ausfallen, ist mit einer deutlichen Marktreaktion zu rechnen.

Gerste: Saudi-Arabien kaufte 720.000 t Gerste zu einem Durchschnittspreis von knapp 212 US-$/t, das waren rund 55 US-$ weniger als bei der letzten Ausschreibung im November. Der niedrige Preis deutet darauf hin, dass ein Teil der Ware aus der neuen Ernte heraus geliefert werden könnte. Deutsche Gerste dürfte auf diesem Preisniveau keine Chance haben. Bessere Chancen werden Lettland und Litauen eingeräumt.

Mais: Der Maismarkt in Chicago schloss am Montag leicht im Plus. Der Mai gewann 1,5 Cent auf 379,75 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 380 Cent/bushel (132,27 €/t). Short-Eindeckungen und erneute Regenfälle im westlichen Cornbelt, wo die Böden schon zu nass sind, stützten den Markt. An der Matif legte Mais um 50 Cent auf 171 €/t zu.

Auch die Maisexporte von 996.000 t in der Woche bis zum 21. März wurden positiv aufgenommen. Sie lagen um jeweils rund ein Viertel höher als in der vorherigen Woche und im Vorjahreszeitraum. In den südlichen Bundesstaaten ist der Zustand der Maisbestände besser als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, aber schlechter als im Vorjahr.

Die Maisimporte der EU liegen nun bei 17,93 Mio. t, das sind 422.000 t mehr als vor einer Woche. Im gesamten Wirtschaftsjahr liegen die Einfuhren um 40 Prozent über dem Zwischenergebnis aus 2017/18 und um 113 Prozent höher als 2016/17.

Euro/US-Dollar: Nach dem Sturz vom vorigen Freitag kann sich der Euro am Montag leicht erholen. Überraschend stieg der Ifo-Index leicht an, erstmals seit einem halben Jahr. Dennoch bleiben die Ängste vor einer Rezession bestehen. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1309 US-$ etwas schwächer als gestern Abend.

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