Märkte am Morgen: Getreide

Wintereinbruch in den USA


Die Maisernte im Mittleren Westen wird von Schneestürmen unterbrochen. Vor dem Jahreswechsel füllt der Irak seine Silos mit Weizen.

Weizen: Die Analysten von Agritel in Frankreich sehen sich mit der Lieferung von US-Weizen nach Ägypten darin bestätigt, dass die Schwarzmeerofferten allmählich anderen Ursprungsländern weichen. Die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Weizen nehme zu, wenn die Kurse an der Euronext unter 200 €/t liegen, heißt es bei Agritel. Das ist am Montag der Fall, wo der Dezember-Kontrakt für Weizen bei 199,50 €/t schließt.  

Die Rosario Stock Exchange in Buenos Aires hat ihre Schätzung der Weizenproduktion für Argentinien 2018/19 mit knapp 19 Mio. t um rund 300.000 t gegenüber Oktober leicht herabgestuft. Jetzt kommt es darauf an, welche Qualitäten die Farmer in Argentinien ernten werden. Der Erntefortschritt liegt derzeit bei 21 Prozent. Das südamerikanische Land ist im Weizenhandel Wettbewerber von Frankreich, insbesondere für Lieferungen nach Algerien.  

Die Weizen-Futures in den USA beenden den ersten Handelstag nach dem verlängerten Thanksgiving-Wochenende freundlich. Der Dezember-Weizen verbessert sich an der Chicagoer Börse um 7,75 Cent auf 5,07 US-$/bushel (umgerechnet 164,60 €/t). In Australien machen die Weizenkurse an den Börsen einen außergewöhnlichen Sprung nach oben. Vorhersagen von Regen könnten die gerade begonnenen Erntearbeiten unterbrechen im Südosten des Landes. Wegen einer lang anhaltenden Dürre sind die Ertragsaussichten in Australien bescheiden. Die Produktion von Weizen dürfte 2018/19 bei 19,5 Mio. t liegen und damit weit entfernt von sonst üblichen Mengen.

Auf dem internationalen Markt legt der Irak einen Tender über Weizen auf. Das Land sucht Weizen aus den USA, Australien oder Kanada bis zum 3. Dezember. Nach dem Ägypten-Tender, von dem sich die USA in der vergangenen Woche einen Teil schnappten, hat Tunesien eine neue Ausschreibung von 42.000 t Hartweizen, 117.000 t Weichweizen und 75. 000 t Futtergerste veröffentlicht.

Mais: Die Maisfutures enden am Montag im roten Bereich. Zu groß ist der Druck vom Sojakomplex. Der Settlement-Kurs für Dezember steht bei 471,30 US-$/bushel (umgerechnet 124 €/t). Schnee und Kälte fegten am Wochenende über den Mittleren Westen der USA. Damit gibt es erneut Verzögerungen, um die Maisernte abzuschließen. Die Wettervorhersagen bringen trockenes Wetter im Wochenverlauf, aber Schneestürme sind für das kommende Wochenende angekündigt. Das  Beratungsunternehmen AgroConsult schätzt die brasilianische Maisernte 2018/19 auf 95 Mio. t, das wären 13 Mio. t mehr als vor einem Jahr. An der Euronext in Paris ist Mais orientierungslos und dümpelt bei 173,75 €/t.

Euro/Dollar: In den Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien kommt etwas Beruhigung. Die italienische Regierung erwägt eine Überarbeitung ihrer Defizitziele. „Um den Haushalt zu sichern und einen Anstieg der Marktturbulenzen zu vermeiden, hält ein Regierungsvertreter eine kleine Feinabstimmung für machbar. Der Euro steht am Montagabend bei 1,1330 US-$.

Laut Regierungskreisen erwägt Rom, das Defizitziel für 2019 von derzeit geplanten 2,4 Prozent auf 2,0 bis 2,1 Prozent zu senken. Nach der Unterzeichnung des Brexit-Vertrags der EU-Staaten steht jetzt die Abstimmung im britischen Unterhaus an. Derzeit rutscht die britische Währung immer weiter ab. Bei einem ungeordneten Brexit dürfte die Talfahrt weitergehen und die Aktienkurse durcheinanderwirbeln. Solche Turbulenzen können auf die Wirtschaft durchschlagen.

 

Seminar "Agrarmärkte 2019"

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