Märkte am Morgen: Getreide

Erntedruck zieht Weizen ins Minus


Foto: Kurt Michel / pixelio.de

In den USA geben die Weizennotierungen erneut deutlich nach. Trotz eines schwachen Euros fallen auch die Kurse an der Matif.

Weizen: Das hohe Erntetempo setzt die Notierungen in den USA weiter unter Druck. Am Dienstag schloss Weizen in Chicago mit einem Minus von 12,25 Cent bei 4,78 US-$/bushel, heute Morgen steht er bei 4,81 US-$/bushel (151,93 €/t) leicht im Plus. Mit Verlusten von 16 und 14 Cent schlossen auch die Börsen in Kansas und Minneapolis tiefrot. Trotz der durchwachsenen Ertragsaussichten in Europa konnte sich die Matif dem Trend in den USA nicht entziehen. Der August verlor 2,75 auf 171,75 €/t, der Dezember 2,50 auf 176,25 €/t.

Ägypten kauft seinen Weizen weiter am Schwarzen Meer. Gestern erteilte die staatliche Agentur GASC den Zuschlag für den Import von 240.000 t Weizen aus Rumänien, der Anfang August geliefert werden soll. Taiwan will 94.000 t US-Weizen ordern, Japan hat 91.000 t in Australien und den USA ausgeschrieben.


Die Weizenimporte Marokkos werden 2018/19 um rund 10 Prozent auf 3 Mio. t steigen. Das Land erwarte eine Weichweizenernte von 4,8 Mio. t sowie 2,3 Mio. t Hartweizen, sagte ein Branchenvertreter des Landes bei der IGC-Jahreskonferenz. Die Produktion liegt damit etwa auf dem Vorjahresniveau. Ein Vertreter des argentinischen Landwirtschafsministeriums prognostizierte eine leicht steigende Anbaufläche für Weizen. Auch die Getreidebörse in Buenos Aires rechnet mit einer Ausdehnung um 7 Prozent auf 6,1 Mio. ha, das wäre die größte Fläche seit 17 Jahren. Derzeit wird der Weizen unter guten Bedingungen gedrillt. Nach einer langen Phase der Trockenheit hatten Niederschläge die Wasserreserven im Boden aufgefüllt.

Mais: Die Verluste für Mais hielten sich im Vergleich zum Weizen erneut in Grenzen. Der Juli schloss mit einem Minus von 2,25 Cent bei 3,54 US-$/bushel (121,10 €/t) und notiert heute Morgen nahezu unverändert. Starke Regenfälle im Corn-Belt haben die ohnehin guten Aussichten weiter verbessert. Weitere Niederschläge werden erwartet.

In Paris zeigte Mais keine klare Tendenz. Der August gab 75 Cent auf 162 €/t ab, der November legte um 25 Cent auf 165,75 €/t zu und der Januar schloss unverändert bei 171,00 €/t.

Euro/US-Dollar: EZB-Chef Mario Draghi machte gestern noch einmal deutlich, dass Zinsanhebungen für ihn derzeit kein Thema sind. Bei einer Tagung in Portugal verwies er auf die aktuellen Risiken für die Wirtschaft, zu denen er auch den wachsenden Protektionismus zählte. Der Euro gab gestern weiter nach und fiel unter 1,16 US-$. Heute Morgen notiert er bei 1,1575 US-$.

Themen:
Weizen Marokko

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats