Märkte am Morgen: Getreide

EU exportiert bis 2030/31 mehr Weizen


Die Aussichten für die nächste Dekade sind optimistisch. Die weltweite Weizennachfrage steigt. Russland verstärkt seine Exportaktivitäten in Syrien.

Die Notierungen am Weizenmarkt legen vor den Feiertagen eine kleine Jahresendrallye hin und lassen sich von der allgemeinen Euphorie an den Aktienmärkten anstecken. Zudem gibt es am Montag erfreuliche Weizenprognosen von der Agricultural Outlook-Konferenz in Brüssel.

Der März-Kontrakt an der Euronext gewinnt 1,75 auf 161,75 €/t. Beflügelt von guten Exportaussichten auch für US-Weizen klettert der März-Kontrakt an der Chicagoer Börse (CBoT) auf 4,20 US-$/bushel. Die anhaltende Trockenheit in den südlichen US-Plains stützt die Notierungen zusätzlich. Die fehlende Feuchtigkeit macht das Wintergetreide anfällig für Frostschäden. Ähnliche Einschätzungen über eine geringe Winterhärte der Kulturen meldete am Montag der MARS-Prognosedienst der EU-Kommission.

Russland verstärkt Engagement in Syrien

Der russische Vizepräsident Dmitry Rogozin kündigte an, Häfen in Syrien für den Export von Weizen nach Syrien und benachbarte Länder zu nutzen. Die Hafenplätze seien ideal für russischen Weizen nicht nur nach Syrien, sondern auch in den Irak und andere Staaten, sagte  Rogozin gegenüber der Agentur RIA Novost. Zudem planen beide Länder, eine Phosphatlagerstätte zu entwickeln. In Syrien gibt es große Phosphatvorkommen. Die weltweite Nachfrage nach dem Rohstoff sei groß.

Auf der Agricultural Outlook-Konferenz stellt die EU-Kommission ihre Marktberichte für Getreide in den kommenden zehn Jahren vor. Vor allem zu Weizen gibt es optimistische Aussichten.

So könnte die EU bis 2030/31 rund 36,8 Mio. t Weizen exportieren, gegenüber 27 Mio. t, die für das laufende Wirtschaftsjahr angepeilt sind. Die EU-Kommission vermutet eine Vielzahl von Abnehmern rund um das Mittelmeer sowie Länder in Sub-Sahara-Afrika und die Golfstaaten. Vor allem eine prosperierende Milchwirtschaft ist der Treiber für die Weizennachfrage.

Die Weizenproduktion in der EU könnte in gut zehn Jahren auf 160,7 Mio. t steigen, verglichen mit derzeit 142,5 Mio. t. Die Annahmen sind noch auf Basis der EU-28 erstellt worden, da die Bedingungen für den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU noch nicht feststehen.

Die Ukraine exportiert weniger Gerste, meldet die Agentur Ukragro Consult. Seit Juli lieferte das Land rund 3,73 Mio. t Gerste, das sind 6,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Mais: Völlig lustlos und ohne Impulse verläuft der Maishandel. Erneut notiert Mais zur Lieferung im März mit 158,00 €/t an der Euronext schwächer. Auch an der CBoT kann Mais nicht an die positive Stimmung von Weizen anknüpfen, sondern bleibt mit 3,47 US-$/bushel auf der Verliererseite.

Die Chicago Mercantile Exchange und Chicago Board of Trade (CME Group) eröffneten ihre beiden Futures von Mais und Weizen für die Schwarzmeerregion am Montag an der CBoT. Damit will die CME nach eigenen Angaben ihre Präsenz in der Schwarzmeerregion ausbauen. CME-Schwarzmeerweizen für August eröffnete mit 184,50 US-$/t und gehandelten 40 Lots. Der CME-Schwarzmeerkontrakt für Mais bleibt am Eröffnungstag ohne Handelsaktivität.

Euro/Dollar: Ein starker Eurokurs verdirbt den Exporteuren vor dem Jahreswechsel die Laune. Am Montag steht der Kurs bei 1,80 US-$. In den USA deutet alles darauf hin, dass die Steuerreform von den Gremien die Zustimmungen erhält. Dies beflügelt die weltweiten Aktienkurse.

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