Märkte am Morgen: Getreide

US-Weizen gewinnt an Format


Pariser Analysten rechnen mit einer Weizenernte 2018 auf Vorjahresniveau. Die USA exportieren mehr Weizen.

Weizen: An der Matif kann Weizen seinen Auftrieb vom Mittwoch nicht fortsetzen und endet am Donnerstag bei glatten 160,00 €/t. Algerien erteilte französischen Weizen eine Abfuhr und gab stattdessen US-Hard Red Winter den Vorzug. Ferner senkte das französische Getreideamt AgriMer im Dezember erneute die Exportprognosen 2017/18 für Weizen. Solche Nachrichten bleiben nicht folgenlos.

Dafür geht es mit den Weizenfutures an der CBot aufwärts. Am Donnerstag schließt der neue Weizen-Frontmonat März in Chicago im Plus mit 4,18 US-$/bushel. Grund zur Freude sind die höheren Exportzahlen für US-Weizen in dieser Woche. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) meldet 598.4000 t. Spekulative Shortabdeckungen runden die Gewinne ab. Zudem gibt es erste Warnungen, wonach Trockenheit und Kälte die Wintersaaten in den südlichen US-Plains schädigen könnten.

Russland liefert Weizen nach Venezuela

Venezuela hat seine Weizenreserven aufgefüllt mit 60.000 t aus Russland, teilt Ukrconsult unter Berufung auf offizielle Stellen mit. Zwei Schiffe erreichten in dieser Woche Puerto Cabello. Es ist die zweite Lieferung; bereits im September waren 30.000 t geliefert worden. Das Weizengeschäft geht auf eine Vereinbarung zwischen den beiden Staatspräsidenten von Venezuela, Nicolas Maduro und Wladimir Putin, Russland, zurück.

 

Die Pariser Analysten von Strategie Grains geben ihre erste Ernteschätzung für 2018 bekannt. Sie erwarten eine Weizenernte von 142,4 Mio. t in der EU und damit fast so viel wie 2017. Obwohl Landwirte in der EU rund 200.000 ha weniger Weizen im Herbst ausgesät hätten, könnten höhere Erträge den Rückgang ausgleichen, heißt es im Dezember-Bericht.

Die Kürzung der Anbaufläche auf 23,3 Mio. t führt Strategie Grains auf eine geringere Produktion in Rumänien, Bulgarien, Polen und Skandinavien im Vergleich zum Vorjahr zurück. Dafür sollten Deutschland, Frankreich und nach der Missernte vor allem  Spanien und Italien wieder mehr Weizen ernten.

Mehr Gerste 2018 erwartet

 

Weitaus mehr Gerste als im Vorjahr erwarten die Strategie-Grains-Experten für 2018. Hier dürfte die Erzeugung um 6 Prozent auf 62,2 Mio. t  zunehmen. Eine größere Ernte wird vorhergesagt in Dänemark, Schweden, Spanien, Lettland und Litauen. Aber auch Deutschland, Frankreich, Finnland, Österreich, Ungarn, Tschechien, Benelux und Rumänien sind mit mehr Gerste dabei. In Großbritannien, Polen und Bulgarien wird im Dezember-Bericht mit einem Rückgang der Gerstenproduktion gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Mais: An der Pariser Börse Euronext bleibt der Mais wenig beachtet. Der Januar-Kontrakt gibt um 0,75 auf 151,50 €/t nach. In den USA ist es ähnlich. Der Januar-Termin notiert am Donnerstag unverändert bei 3,49 US-$/bushel.

Euro/Dollar: Bei der letzten Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank kündigt EZB-Chef Mario Draghi  eine Fortsetzung seiner lockeren Geldpolitik an. Die Leitzinsen bleiben bei null Prozent. Der Eurokurs drehte daraufhin kurz auf, um dann fast unter 1,18 US-$ zu fallen. Der Referenzkurs am Mittwoch legte die EZB bei 1,1736 US-$ fest.

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