Märkte am Morgen: Getreide

Euro startet stark ins neue Jahr


Der europäische Weizenmarkt steht durch einen starken Euro unter Druck. Ein Kälteeinbruch kann dem US-Weizen keinen Schub geben.

Weizen: Die Weizennotierungen gingen in Chicago und Paris mit leichten Verlusten aus dem alten Jahr. An der CBoT schloss der Frontmonat März mit einem Minus von 0,75 Cent bei 4,27 US-$/bushel. Matifweizen gab um 25 Cent auf 159,00 €/t nach. Auch bei späteren Terminen waren die Vorzeichen rot. Der Mai verlor 75 Cent auf 162,50 €/t. Der mit 1.254 Kontrakten relativ umsatzstarke Dezember-Future gab um 75 Cent auf 170,00 €/t nach.

Eine leichte Unterstützung erfährt der US-Markt durch den aktuellen Kälteeinbruch. Auf Flächen, die nicht durch eine Schneedecke geschützt sind, könnten Verluste drohen. Analysten weisen aber darauf hin, dass sich mögliche Einbußen derzeit kaum beurteilen lassen. Gedrückt wird die Stimmung in den USA von einem erneut schwachen Exportgeschäft. In der Woche bis zum 21. Dezember flossen 478.000 t Weizen ins Ausland ab. Damit bewegte sich die Menge am unteren Rand der Markterwartungen.


Institutionelle zeigen sich dennoch leicht optimistischer, dass die Kurse wieder steigen. Laut des CFTC-Reports kürzten sie ihre Shortpositionen bis zum 26. Dezember um 14.000 Kontrakte. Bei den Longpositionen wurden 2.000 Kontrakte weniger gezählt. Insgesamt bleibt die Grundstimmung mit 82.000 Long- zu 234.000 Shortpositionen aber bärisch.

Enttäuschend fällt auch die bisherige Exportbilanz der EU aus. Bis zum 19. Dezember wurden 9 Mio. t verschifft, das waren 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Die deutschen Exporte belaufen sich bisher auf 841.000 t. Deutschland liegt damit noch hinter Lettland und Litauen, die jeweils mehr als 900.000 t exportierten. Spitzenreiter innerhalb der EU sind Frankreich mit 2,9 Mio. t und Rumänien mit 2,3 Mio. t. Beeinträchtigt werden sie Exportchancen der EU von einem starken Euro, der zum Jahreswechsel über 1,20 US-$ notiert.

In Argentinien macht die Getreideernte Fortschritte. Die Erträge sind heterogen. Die Getreidebörse in Buenos Aires hält an ihrer Prognose vom 17 Mio. t fest und bleibt damit etwas pessimistischer als das USDA, das mit 17,5 Mio. t rechnet.

Mais: An der CBoT schloss Weizen am Freitag mit leichten Verlusten von 1,25 Cent bei 3,51 US-$/bushel. Die seitwärts gerichtete Entwicklung auf dem US-Maismarkt im vergangenen Jahr fand damit einen fast perfekten Abschluss, denn Mais notiert gerade einmal 2 Cent unter dem Schlusskurs vom Jahresende 2016. Gute Exportzahlen konnten den Kurs nicht in den grünen Bereich drücken. Mit 1,245 Mio. t lagen die Exportmengen in der Woche bis zum 21. Dezember über den Markterwartungen von 0,6 bis 1,1 Mio. t. Die Stimmung unter den institutionellen Anlegern hellte sich leicht auf. In der Woche bis zum 26. Dezember kürzten sie ihre Shortpositionen um 23.000 auf 410.000 Kontrakte, währen die Longpositionen um 2.000 auf 211.000 Kontrakte ausgebaut wurden.

Im Argentinien ist Mais auf 70,2 Prozent der Fläche ausgesät worden, das sind rund 10 Prozent weniger als im fünfjährigen Durchschnitt. Die Getreidebörse in Buenos Aires rechnet mit einer Ausdehnung des Maisanbaus von 5,1 auf 5,4 Mio. ha. Vor allem im Norden des Landes verzögert sich die Aussaat, weil die Landwirte weiter auf Regen warten. In den nördlichen Provinzen sind von geplanten 975.000 ha erst 45.000 ha bestellt.

Euro/Dollar: Das neu Jahr startet mit einer starken Vorstellung des Euro. Der Kurs steigt heute Morgen auf 1.2027 US-$. Abgesehen von seinem Zwischenhoch Mitte September dieses Jahres ist das der höchste Stand seit drei Jahren.

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