Märkte am Morgen: Getreide

Verschnaufpause am Weizenmarkt


Börsianer können am Donnerstag kurz entspannen, die Kurse steigen. Doch heute schlägt in den USA die Stunde der Wahrheit, wenn die Weizenexporte von Januar bis Mitte Februar veröffentlicht werden.

Weizen: Der US-Weizenmarkt darf gespannt sein, welche Zahlen das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) heute veröffentlichen wird. Händler rechnen mit einer enttäuschenden Exportmenge. Meist hatten die USA das Nachsehen, beim Weizenexport liegt Russland vorn. Das USDA schätzt auf dem Outlook-Forum am Donnerstag in Washington die Weizenfläche in den USA auf 47 Mio. acres, das wären 800.000 acres weniger als vor einem Jahr.

Der Internationale Getreiderat (IGC) machte am Donnerstag in seinem Februar-Report neue Angaben über die weltweiten Endbestände. Demnach dürften die weltweiten Weizenvorräte um 1 auf 262 Mio. t sinken. An der Chicagoer Börse liegen die Weizenkontrakte im grünen Bereich. Der März-Termin verbessert sich um 5,75 Cent auf 4,86 US-$/bushel (umgerechnet 157,70 €/t). Der Mai steigt um 6,75 Cent auf 4,91 US-$/bushel (umgerechnet 159 €/t).

In Europa überwiegt am Donnerstag allmählich die Freude über den Zuschlag von 180.000 t französischem Weizen von der Getreideagentur in Kairo. Die restlichen drei Ladungen von jeweils 60.000 teilen sich die Schwarzmeerländer. Die Gasc zahlt für Ware aus Frankreich 234,50 U$-$/t fob plus Transportkosten zwischen 16,40 und 18,10 US-$/t, macht zusammen 250,90 bis 252,60 US-$ C&F. Die Zuschläge für Russland, Rumänien und die Ukraine liegen zwischen von 237,50 bis 238,00 US-$/t fob.

Am Donnerstag setzte eine Erholungsphase an der Euronext ein. Der Frontmonat März kletterte um 2,25 auf 195 €/t. Der Mai-Kontrakt machte immerhin 1 auf 194,50 €/t gut.

Das Agrarministerium in Kiew berichtet von Exporten von Juli 2018 bis 20. Februar 2019 in Höhe von 31 Mio. t Getreide. Das sind fast 5 Mio. t mehr als im Vorjahreszeitraum. Fast 15 (Vorjahr: 9) Mio. t gehen auf das Konto von Mais aus der Ukraine nach der Rekordernte 2018. Die Weizenexporte beziffert das Agrarministerium in der Ukraine auf 12,3 (13,4) Mio. t. Damit dürften die Zielvorhaben rund 16 Mio. t Weizenlieferungen, einschließlich 8 Mio. t Weizenmehl, im laufenden Wirtschaftsjahr 2018/19 kein Problem sein. Das Statistikamt in der Ukraine hebt die Bestände, Stand 1. Februar 2019, auf 24,4 Mio. t nach oben. Das sind 2,2 Mio. t mehr als vor einem Jahr. Hauptsächlich Mais liegt mit 16,4 Mio. t in den Silos, gefolgt von 6 Mio. t Weizen und 1 Mio. t Gerste.

Auf dem internationalen Markt kauft Jordanien rund 60.000 t Gerste optionaler Herkunft.

Mais: Die Mais-Futures schließen ebenfalls höher bei 3,75 US-$/bushel (umgerechnet 130,44 €/t). Auf dem USDA-Outlook-Forum wird die Anbaufläche für US-Mais in diesem Frühjahr auf 92 Mio. acres geschätzt, das wären 3 Mio. acres mehr als 2018. Die US-Maisexporte in den vergangenen sechs Wochen könnten zwischen 4 bis 7 Mio. t liegen. Gewissheit bringen die USDA-Zahlen am heutigen Freitag. An der Euronext ist der Umkehrschwung noch nicht angekommen. Der März-Kontrakt gibt leicht um 0,50 auf 173,50 €/t nach.  

Euro/Dollar: Der Euro kann von den durchwachsenen US-Konjunkturdaten nur kurz profitieren. Er klettert am Donnerstag  auf 1,1365 US-$ und landete am Schluss bei 1,1365 US-$.. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1354 (Mittwoch: 1,1342) US-$ fest. Der Dollar kostete damit 0,8808 (0,8817) €.

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