Märkte am Morgen: Getreide

Händler blicken nach Ägypten


Schwache Aktienmärkte und ein fallender Rohölpreis ziehen auch die Getreidenotierungen ins Minus. In Russland gibt es neue Schätzungen zur Ernte 2019.

Weizen: Auf dem Weizenmarkt waren die Vorzeichen am Montag rot. In Chicago schloss Soft Red Winter mit einem Minus von 1,25 Cent bei 518,75 Cent/bushel und wird heute Morgen bei 519 Cent/bushel (166,81 €/t) nahezu unverändert gehandelt. In Paris gab Weizen um 75 Cent auf 205,00 €/t nach. Das Durchbrechen des Widerstandes bei 207 €/t ist so erst einmal gescheitert.

Die Exportzahlen der EU haben am Montag ein weiteres Mal enttäuscht. Die Menge stieg bis zum 27. Januar gegenüber der Vorwoche um 168.000 t auf 9,20 Mio. t, das sind 26 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Weizeneinfuhren im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 2,99 Mio. t. Für Deutschland wurden die Mengen minimal um 4.000 auf 700.000 t angehoben. Auch in den USA brachte die wöchentliche Bilanz ein enttäuschendes Resultat. Bis zum 24. Januar wurden 362.000 t verladen, das waren 31,0 Prozent weniger als in der Vorwoche und 37,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.


Das langsamere russische Exporttempo hat die Nachfrage in den USA und der EU damit kaum belebt. Ein Grund dafür könnte argentinischer Weizen sein, den das Land nach einer Rekordernte von 19 Mio. t auf dem Weltmarkt anbietet. Mit Spannung wird nun erwartet, mit welchem Ergebnis eine Ausschreibung der staatlichen ägyptischen Getreideagentur GASC endet, das heute Nachmittag bekannt gegeben wird.

Das russische Landwirtschaftsministerium erwartet in diesem Jahr eine Weizenernte von 67 Mio., t, das wären 3,1 Mio. t weniger als im Vorjahr. Die Prognose für die Weizenexporte im laufenden Wirtschaftsjahr wird um 1 Mio. t auf 36 Mio. t gekürzt.

Mit der dreiwöchigen Unterbrechung des Regierungsstillstandes in den USA könnte bald wieder neue Statistiken aus dem USDA geben. Das Ministerium kündigte an, dass am 8. Februar eine abschließende Bilanz der Ernte 2018 sowie Daten zu den Lagerbeständen und zur Aussaatfläche von Winterweizen veröffentlicht werden sollen.

Mais: Auch die Maisnotierungen standen gestern leicht unter Druck und litten dabei vor allem unter dem schwächeren Sojamarkt. In Chicago verlor Mais 0,5 Cent auf 379,75 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 379,50 Cent/bushel (130,67 €/t) kaum verändert. In Paris gab Mais um 25 Cent auf 179,50 €/t nach. Die wöchentlichen Exportzahlen des USDA zeigten eine Menge von 893.000 t, das waren 20,8 Prozent weniger als in der Vorwoche und 11,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Maisimporte der EU liegen mit 13,96 Mio. t nun um 43 Prozent über dem Vorjahr. In der Gesamtbilanz ist die EU im laufenden Wirtschaftsjahr bei Exporten von 15,65 Mio. t und Importen von 18,25 Mio. t mit 2,6 Mio. t Getreide-Nettoimporteur. Vor einem Jahr war die EU in der Zwischenbilanz Ende Januar noch mit 5,65 Mio. t Nettoexporteur.

Euro/US-Dollar: Der Euro bewegt sich wieder klar über der Marke von 1,14 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1418 (Freitag: 1,1346) US-$ festgesetzt. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1432 US-$ erneut fester. In einer Rede vor dem Europäischen Parlament warnte EZB-Präsident Mario Draghi am Montagnachmittag vor Unsicherheit durch geopolitische Faktoren und Protektionismus. Die Aussagen wurden so interpretiert, dass die EZB in diesem Jahr keine Zinserhöhungen plant.

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