Märkte am Morgen: Getreide

Hochwasser behindert die Ethanolproduktion

Tauwetter und Regen sorgen in den USA für überschwemmte Felder und Probleme an den Flüssen. In Europa warten die Händler auf die Ergebnisse des saudischen Gerstentenders.

Weizen: Während die Weizennotierungen am vorigen Freitag in Chicago leicht nachgaben, verabschiedete sich die Euronext mit kleinen Gewinnen aus der Woche. Der Mai konnte am Nachmittag den Widerstand bei 190 € überwinden und stieg bis auf ein Tageshoch von 190,75 €/t. Nach Gewinnmitnahmen schloss der Frontmonat bei 189,50 €/t. In Chicago verlor Soft Red Winter 0,5 Cent auf 4,66 Cent/bushel. Heute Morgen wird der Mai bei 465,75 Cent/bushel (151,37 €/t) knapp darunter gehandelt.

Gestützt wurde der europäische Markt durch einen weicheren Euro. In den USA bleiben die Überschwemmungen das wichtigste Thema. Viele Flächen im Corn Belt sind überflutet und damit zu nass für die Frühjahrsbestellung. Wetterprognosen für die kommenden vier Wochen zeigen überdurchschnittliche Niederschläge und unterdurchschnittliche Temperaturen. Dies könnte die Aussaat von Sommerweizen verzögern, die normalerweise Anfang April beginnt. Sollte die Zeit für den Sommerweizen zu knapp werden, müssten die Landwirte auf Sojabohnen oder Mais ausweichen.

Gerste: Für heute werden die Ergebnisse einer Ausschreibung des staatlichen saudi-arabischen Händlers Sago erwartet. Für den Tender über 720.000 t Futtergerste werden der EU und der Schwarzmeerregion gute Chancen eingeräumt. Aber auch argentinische und australische Angebote könnten eine Rolle spielen.

Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen am Freitag mit Gewinnen von 1 bis 2 Cent. Der Mai gewann 2 Cent auf 378,25 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 379,00 Cent/bushel (132,00 €/t). China zeigte wieder einmal guten Willen im Handelsstreit und importierte 300.000 t US-Mais. An der Börse konnte diese Nachricht keine Begeisterung auslösen. Sorgen bereitet das Hochwasser im Mittleren Westen der USA, durch das die Versorgung der Ethanolfabriken behindert wird. Spekuliert wird weiter über die Anbauabsichten der Landwirte. Eine Umfrage von Farm Futures ergibt für Mais 90,9 Mio. Acres, das wären 1,8 Mio. Acres mehr als im Vorjahr. An der Euronext schloss Mais am Freitag unverändert zum Vortag bei 170,50 €/t.

Euro/US-Dollar: Der Euro gab am Freitag um 1 Cent nach und fiel bis auf 1,1278 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1302 (Donnerstag: 1,1387) US-$ fest. Unerwartet schwache Einkaufsmanagerdaten bescherten dem Euro am Freitag einen Absturz. Besonders enttäuschte der Index für die Industrie, der um 2,4 auf 44,7 Punkte fiel, und damit die Markterwartungen von 48,0 Punkten deutlich verfehlte. In den schwachen Werten spiegeln sich die Unsicherheiten beim Brexit und im Handelsstreit zwischen der EU und den USA wider. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1302 US-$.

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