Märkte am Morgen: Getreide

Hoffnung auf Exporte nach Marokko

Eine Weizenausschreibung Marokkos könnte die Nachfrage in Frankreich beleben. Auf den Wasde reagieren die Börsen gelassen. Chicago steht heute Morgen im Plus.

Weizen: Die Weizenmärkte in den USA haben den gestern veröffentlichten Dezember-Wasde gut verdaut. Die Börsen in Chicago, Minneapolis und Kansas schlossen am Dienstag mit einem Minus von einem bis drei Cent. Heute Morgen sind die Vorzeichen grün und die Verluste von gestern wieder ausgeglichen. Der Dezember-Future läuft am Donnerstag an der CBoT aus. Der neue Frontmonat März notiert heute Morgen mit einem Plus von 2,5 Cent bei 4,13 US-$/bushel. In Paris schloss der Weizenmarkt am Dienstag leicht im Plus, der neue Frontmonat März legte um 25 Cent auf 161 €/t zu.

Im Dezember-Wasde gab es gegenüber dem November-Report nur wenige Änderungen. Die Exportmengen in Russland und der Ukraine wurden um jeweils 500.000 t angehoben. Einzig positiver Nebeneffekt ist, dass damit auch die Bestände zum Ende des Wirtschaftsjahren 2017/18 sinken. Russland soll mit nun 16,8 Mio. t allerdings weiter eine gewaltige Menge mit in das neue Erntejahr mitnehmen. Die russischen Bestände würden sich damit innerhalb von zwei Jahren verdreifachen. Angehoben wurden vom USDA auch die Endbestände in anderen wichtigen Exportländern, wie den USA (26,1 Mio. t, plus 700.000 t), Kanada (6,6 Mio. t. plus 1,4 Mio. t.) und der EU (12 Mio. t, plus 300.000 t). Angesichts dieser Überhänge wird der Wettbewerb im Export auch im kommenden Jahr hart bleiben, selbst wenn in einzelnen Regionen die Ernte kleiner ausfallen sollte.


Am heutigen Mittwoch wird France AgriMer eine neue Prognose zu den Weizenexporten Frankreichs abgeben. Händler erwarten, dass die Menge der Drittlandsexporte nach dem schwachen Start in das Wirtschaftsjahr 2017/18 gesenkt wird. Positiv aufgenommen wurde vom Markt die Nachricht von einer Ausschreibung Marokkos für europäischen Weizen. Dies könnte in Frankreich im neuen Jahr zu einer Belebung der Nachfrage führen. Ägypten kaufte am Dienstag 295.000 t Weizen. Neben Russland gaben dieses Mal auch Anbieter aus Rumänien erfolgreiche Gebote ab.

Mais: Auch die Maisnotierungen reagierten kaum auf den neuen Wasde. Der Dezember schloss am Dienstag mit einem Verlust von 0,75 Cent bei 3,36 US-$/bushel. Bis heute Morgen kann er wieder um gut 1 Cent auf 3,37 US-$/bushel zulegen. Weil das USDA an seinen Prognosen gegenüber dem November-Report kaum Veränderungen vorgenommen hat, gab es weder für die Bullen noch für die Bären neue Anregungen. Die EU-Ernte wurde um 500.000 t auf 60,1 Mio. t angehoben. Der Importbedarf bleibt mit 16 Mio. t unverändert hoch. Einen Zuwachs von 500.000 t auf 2 Mio. t sieht das USDA bei den EU-Exporten. Durch eine größere Erntemenge ist das Exportpotentials Rumäniens gestiegen.

Offizielle Schätzungen zur Ernte 2017/18 kamen gestern auch aus Brasilien. Conab rechnet mit einer Maisernte von 92,2 Mio. t, das ist weniger als im aktuellen Wasde (95 Mio. t.) und würde die Erntemenge aus dem Vorjahr um 5,6 Mio. t unterschreiten. Dennoch erscheint die Prognose optimistisch, denn es wird mit 25 Mio. t eine kleinere erste Ernte erwartet. Um das Gesamtziel zu erreichen müsste die zweite Maisernte mit 67,2 Mio. t wieder das Rekordniveau aus dem Vorjahr erreichen.

Euro/US-Dollar: Nachdem der Euro am Dienstag zwischenzeitlich bis auf 1,1720 US-$ gefallen war konnte er sich wieder erholen und notiert heute Morgen bei 1,1759 US-$.

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