Märkte am Morgen: Getreide

Hoffnung in Frankreich steigt


Gute Qualitäten und hohe Preise bestimmen die Weizenernte in Frankreich. Die Abgabebereitschaft der Landwirte ist dennoch gering. Die Maisernte in Argentinien schrumpft weiter.

Weizen: Mit einem Plus von zwei Euro auf 188,00 €/t schloss die Matif am Donnerstag auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Der Dezember-Kontrakt legte um 1,50 auf 189,25 €/t zu. Auch in Chicago waren die Vorzeichen bei Gewinnen von 7 bis 9 Cent grün. Der September stieg um 8,75 Cent auf 5,04 US-$bushel (159 €/t) und notiert heute Morgen einen halben Cent schwächer.

In Europa wird weiter über die Höhe der Erträge diskutiert. Während in Deutschland mit deutlichen Einbußen gerechnet wird, stellt sich die Lage in Frankreich etwas freundlicher dar. Reuters berichtet, dass die durchschnittlichen Markterwartungen bei 35 bis 36 Mio. t Weizen liegen, das sind zwar 5 bis 10 Prozent weniger als im Vorjahr, ist aber deutlich mehr als die 33,2 Mio. t, die Ende Juni von Strategie Grains geschätzt wurden.


Bis zum Ende der Ernte wird der Markt von Unsicherheit geprägt bleiben, die sich derzeit vor allem in einer geringen Abgabebereitschaft der Landwirte zeigt. Beeinflusst wird das Verkaufsverhalten von der Furcht, Kontrakte nicht erfüllen zu können, aber auch von der Hoffnung, dass die Preise weiter anziehen.
Bisher kommt die Ernte in Frankreich zügig voran. Am Wochenende könnten Gewitter aber regional für eine Unterbrechung sorgen. Probleme mit der Qualität werden nicht gemeldet. Sollte die Ernte in Frankreich tatsächlich deutlich besser ausfallen als Strategie Grains erwartet, müssten die Preise in den Exporthäfen sinken, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, heißt es bei den Exporthändlern. Derzeit sind die Prämien in den Häfen hoch, denn es fällt den Exporteuren schwer, Ware zu kaufen, um bestehende Exportverpflichtungen zu erfüllen.

Auch in den USA wird Winterweizen ohne große Probleme eingebracht. Die Witterungsbedingungen für den Sommerweizen bleiben günstig. Die Exportstatistik für die Woche bis zum 12. Juli zeigt Nettoverkäufe von 300.000 t, das ist deutlich mehr als in der vergangenen Woche liegt aber 25 Prozent unter dem Vier-Wochen-Durchschnitt. Die wöchentlichen Exporte stiegen auf 435.000 t und das beste Ergebnis im bisherigen Vermarktungsjahr. Die Menge liegt um 52 Prozent über der Vorwoche und 19 Prozent über dem Vier-Wochen-Durchschnitt.

Mais: Gute Exportzahlen und eine weitere Verschlechterung bei der Maisernte in Argentinien stützten am Donnerstag die Kurse in Chicago. Der September schloss mit einem Plus von 4 Cent bei 3,51 US/bushel (119 €/t) und notiert heute Morgen einen halben Cent fester. Die Getreidebörse in Buenos Aires kürzt ihre Schätzung für die argentinische Maisernte um 1 Mio. t auf 31 Mio. t, das sind 8 Mio. t. weniger als 2017. Drei Viertel der Flächen sind inzwischen geerntet. Die bisherigen Erträge liegen mit 6,3 t um knapp 20 Prozent unter den fünfjährigen Durchschnitt.

Positiv überraschten die Exportzahlen der USA für die Woche bis zum 12. Juli. Die Netto-Verkäufe für das Vermarktungsjahr 2017/18 stiegen gegenüber der Vorwoche um 59 Prozent auf 641.000 t. Für das kommende Jahr wurden netto 774.500 t verkauft. Die Exporte fielen gegenüber der Vorwoche um 7 Prozent auf 1,29 Mio. t.

Euro/US-Dollar: Kritik des amerikanischen Präsidenten an der Zinspolitik der US-Notenbank setzten gestern den US-Dollar unter Druck. Nachdem sich die Wogen geglättet hatten, notierte der Euro wieder auf dem Niveau vom Mittwoch. Heute Morgen wird der Euro mit 1,1651 US-$ gehandelt.

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