Märkte am Morgen: Getreide

Investoren entdecken Risiko von La Niña


Die russische Vorrangstellung auf dem weltweiten Exportmarkt verändert die Warenströme in Australien. Gedrückte Stimmung in Paris und Chicago.

 

So kauft der Sudan als langjähriger Abnehmer seit zwei Jahren keinen Weizen mehr aus Australien. Die politische Lage im Sudan ist angespannt. Es ist schwierig, das Geld für dorthin verkauften Weizen zu erhalten. Auch das ostafrikanische Land Tansania nimmt immer weniger Ware auf.

Der größte Weizenimporteur der Welt, Ägypten, zieht nach Angaben des australischen Statistikamtes Schwarzmeer-Weizen dem Australischen vor. In der Spitze hat Australien mehr als 1 Mio. t Weizen nach Ägypten geliefert. In der vergangenen Saison bis Ende September waren es nur noch 150.000 t. Der Weizen aus dieser Region ist unschlagbar günstig.

 

Das Wetterphänomen La Niña sowie möglichen Folgen beschäftigt die Börsen. Immerhin könnte Trockenheit in Argentinien und Niederschläge in Australien die Wintersaaten schädigen. Angesichts der drohenden Trockenheit in Argentinien kam es hingegen in Chicago zu einigen Käufen in Erwartung auf steigende Kurse. Noch sind die Meinungen von Analysten unterschiedlich über die weitere Kursentwicklung. Kurzfristige Ausschläge nach oben werden nicht ausgeschlossen, dürften jedoch nur von kurzfristiger Dauer sein. Am verlängerten Feiertagswochenende in den USA sinken bei ruhigem Handel die Notierungen. Der Dezember-Weizen an der Chicagoer Börse fällt auf 4,14 US-$/bushel.

Die Feiertagsstimmung in den USA lähmte auch den Handel an der Pariser Börse Euronext. Der Frontmonat Dezember geht langsam seinem Ende zu und verliert erneut um 0,50 auf 157,75 €/t.

 In Chicago gab es wegen des Feiertages Thanksgiving am Donnerstag nur einen verkürzten Handel am Freitag. Die Umsätze waren gering, viele Investoren waren nicht anwesend. Die wöchentlichen Exporte für Weizen fielen miserabel aus. Die Futures rutschten ins Minus. Analysten der französischen Bank Societe General geben wenig Hoffnung auf eine feste Tendenz. Es ist nicht auszuschließen, dass die US-Farmer erneut die Weizenanbaufläche reduzieren. 

Mais: Die USA exportierten in der Vorwoche rund 1 Mio. t Mais, was in etwa im Durchschnitt den Erwartungen am unteren Ende entspricht.

Die Bestände von Mais und Sojabohnen in Argentinien kommen jetzt in die kritische Wachstumsphase. Jetzt kommt es darauf an, ob sich die Wettervorhersagen in Argentinien auf etwas Regen bewahrheiten. Händlerberichten zufolge spielen derzeit Spekulanten ein gefährliches Spiel und halten eine Rekordsumme von mehr als 230.000 Lots an Short-Positionen, die auf fallende Preise setzen. Mais zur Lieferung März endet am vergangenen Freitag nach kurzem Handel an der CBoT bei 3,55 US-$/bushel.

Euro: Am Montagmorgen kostet der Euro 1,1933 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1877 US-$ festgesetzt. Der Eurokurs stieg, nachdem sich abzeichnet, dass die SPD und die CDU Gespräche über eine mögliche Regierungskoalition führen wollen. Die Aussicht auf eine stabile Regierung wirkt sich auf die Märkte aus.

stats