Märkte am Morgen: Getreide

Iran plant Millionendeal mit Russland

Die russischen Weizenexporte nehmen weiter Fahrt auf. Auch höhere Preise am Schwarzen Meer sind kein Hindernis.



Weizen:
An der Matif konnte Weizen am Montag leichte Gewinne verbuchen. Der März legte um 1 € auf 159,50 €/t zu. Ein etwas schwächerer Euro und höhere fob-Preise am Schwarzem Meer stützten die Notierungen. Laut SovEcon sind die Exportpreise von russischem Weizen mit 12,5 Prozent Eiweiß innerhalb einer Woche um 2 US-$ auf 200 US-$/t gestiegen. Gründe seien die starke Nachfrage und eine Aufwertung des Rubels gegenüber dem US-Dollar. Außerdem habe stürmisches Wetter die Verladung behindert. Die Preise sind damit auf das höchste Niveau seit Mitte 2017 gestiegen.

Dessen ungeachtet konnte die Exportmenge in der ersten Februarwoche erneut gesteigert werden. Nach Angaben des russischen Landwirtschaftsministeriums vom Montag wurden 914.000 t verladen, das war der beste Wert in diesem Jahr. Die gesamte Exportmenge stieg auf 24,43 Mio. t, das sind 39,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zwischen dem Iran, Russland, dem Irak und Afghanistan bahnt sich ein großes Weizen- und Mehlgeschäft an. Der Iran plant 1 Mio. t russischen Weizen zu importieren, um das Mehl in die Nachbarländer zu liefern. Der Iran will so die Auslastung seiner Mühlen verbessern. Der Irak hat einen jährlichen Importbedarf von 3 Mio. t Mehl, einen Großteil liefert bisher die Türkei.

In Chicago war die Börse gestern wegen eines Feiertags geschlossen. Heute Morgen startet Weizen freundlich mit Gewinnen von gut 2 Cent auf 4,60 US-$/bushel. Weil auch in China und Teilen Südostasiens am Montag die Börsen wegen Feiertagen geschlossen blieben, fehlten dem Handel die Impulse.

Algerien hat einen Weizentender ausgeschrieben, der heute geschlossen werden soll. Händler warten gespannt, wie sich französischer Weizen gegen die Konkurrenz aus Argentinien behaupten kann.

In Deutschland springt der Weizenexport nicht an. Die Prämien am Hamburger Markt wurden am Montag mit 5,00 bis 5,50 € bewertet, ohne dass dabei größere Mengen gehandelt wurden. Das Getreidegeschäft konzentriert sich weiter auf Gerstenexporte nach Saudi-Arabien.

Mais: Weil in Chicago gestern nicht gehandelt wurde, blieb es auf dem Maismarkt ruhig. Der CFTC-Report zeigte einen weiteren Abbau der Short-Positionen. Die institutionellen Anleger sind damit bullischer eingestellt als noch vor einigen Wochen. Wegen der Hitze und Trockenheit wird in Argentinien weiter mit Ertragseinbußen gerechnet. Die Maisexporte aus Brasilien sind im Februar gut angelaufen. In den erste zehn Tagen wurden nach Angaben des Handelsministeriums 732.000 t verladen, das war mehr als im gesamten Februar 2017 (420.000 t).

An der Matif schloss Mais am Montag bei 152,75 €/t mit 50 Cent im Minus.

Euro/US-Dollar: Der Euro fiel am Montag zeitweilig auf unter 1,24 US-$, konnte sich aber wieder erholen und schloss zum Freitag nahezu unverändert. Heute Morgen steht er mit 1,2380 US-$ leicht im Minus.
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