Märkte am Morgen: Getreide

Libyen setzt auf Russland


Mit einer langfristigen Zusammenarbeit will sich Russland den libyschen Markt sichern. In den USA bedrohen Regenfälle die Maisernte. Der Euro gibt deutlich nach.

Weizen: Die Weizennotierungen schlossen am Montag in Chicago und Paris nahezu unverändert. Während an der Matif ein kleines Minus von 25 Cent auf 201,25 €/t stand, legte die CBoT um 0,5 Cent auf 5,09 US-$/bushel zu. Heute Morgen notiert Chicago mit 5,11 US-$/bushel (162 €/t) erneut leicht fester.

Die EU-Weizenexporte liegen in diesem Wirtschaftsjahr mit 4,2 Mio. t um 32 Prozent niedriger als im Vorjahr. Bei Gerste beträgt der Rückstand mit 1,4 Mio. t nur 8 Prozent. An der Spitze der Statistik stehen Frankreich mit 1,9 Mio. t und Rumänien mit 1,3 Mio. t, die zusammen mehr als drei Viertel der Weizenmengen lieferten. Deutlich zulegen konnten gegenüber dem Vorjahr die Ausfuhren nach Algerien, die um 42 Prozent auf 1,6 Mio. t stiegen, so die EU-Kommission in der wöchentlichen Bilanz. An zweiter Stelle steht Ägypten mit 504.000 t (minus 31 Prozent) und auf Platz drei Saudi-Arabien mit 465.000 t (minus 49 Prozent). Deutschland exportierte bisher nur 74.000 t Weizen in Drittstaaten, importierte aber auch 36.000 t. Die Gerstenexporte aus Deutschland in Drittstaaten lagen zum 30. September bei 267.000 t.


Russland steigerte seine Weizenexporte von 1. Juli bis zum 27. September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33,4 Prozent auf 12,1 Mio. t, teilte das Agrarministerium in Moskau mit. Die gesamten Getreideausfuhren stiegen um 20,5 Prozent auf 14,3 Mio. t, darunter waren 1,65 Mio. t Gerste und 418.000 t Mais enthalten. Für das Gesamtjahr rechnet die russische Regierung mit Getreideexporten von 35 bis 37 Mio. t, darunter 30 Mio. t Weizen. Das wäre deutlich weniger gegenüber dem Vorjahr, als 52,4 Mio. t Getreide exportiert wurden, darunter 40,5 Mio. t Weizen.

Die Winterweizenaussaat in den USA ist zu 43 Prozent fortgeschritten. Das Tempo liegt damit leicht über dem Durchschnitt. Die Bestände entwickeln sich ohne nennenswerte Probleme. Der NASS-Report des USDA sieht die Wasserversorgung der Böden besser als im vergangenen Jahr. 64 Prozent der Flächen werden mit „angemessen“ bewertet, das sind 11 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hohe Werte werden aus Kansas mit 75 Prozent, Texas (68 Prozent) und South Dakota (65 Prozent) gemeldet. Oklahoma liegt mit 61 Prozent leicht unter dem Durchschnitt. Zu viel Wasser ist in einigen Bundesstaaten an der Ostküste ein Problem. Aber auch im Corn Belt wie in Iowa (27 Prozent), Minnesota (20 Prozent), Ohio (22 Prozent) und Wisconsin (19 Prozent) sind viele Felder zu nass.

Libyen und Russland haben sich auf eine langfristige Zusammenarbeit beim Weizenhandel geeinigt, sagte ein libyscher Regierungsvertreter am Wochenende in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender RT. Damit solle die Versorgung des Landes gesichert werden. Libysche Medien berichten, dass eine Lieferung von 1 Mio. t Weizen und Futtermitteln bereits beschlossen wurde.

Mais: Die Maisnotierungen konnten nach den Verlusten vom vorigen Freitag wieder zulegen. Chicago schloss mit einem Plus von 9,5 Cent bei 3,66 US-$/bushel und notiert heute Morgen mit bei 3,64 US-$/bushel (124 €/t) leicht im Minus. Unterstützung erhielt der Maismarkt von der Einigung zwischen Kanada und den USA auf eine Überarbeitung des Nafta-Abkommens, das ab dem kommenden Jahr als United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) weitergeführt werden soll.

Die Maisernte in den USA läuft weiter in einem überdurchschnittlichen Tempo. Bis zum Sontag waren 26 Prozent der Flächen geräumt, das waren 9 Prozent mehr als im Fünfjahresschnitt und lag im Rahmen der Erwartungen. Für die kommenden zwei Wochen werden im Nordwesten der USA überdurchschnittliche Niederschläge vorhergesagt, die die Erntearbeiten verzögern könnten. An der Matif schloss Mais gestern unverändert bei 174,59 €/t.

Euro/US-Dollar: Die Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und Kanada gibt dem Dollar in den USA und Kanada Auftrieb und setzt den Euro weiter unter Druck. Ein Thema bleibt auch die hohe Neuverschuldung Italiens, die am Montag beim Finanzministertreffen der Euro-Zone auf deutliche Kritik stieß. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1571 US-$ - so niedrig wie zuletzt vor drei Wochen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats