Märkte am Morgen: Getreide

Maismarkt ist im freien Fall

Die Aussichten für die Maisernte sind in den USA deutlich besser als erwartet. Die Kurse in Chicago brechen ein und ziehen den Weizenmarkt mit nach unten.

Weizen: Der August-Wasde sorgte am Montag in Chicago und Paris für einen Kurssturz. Soft Red Winter verlor an der CBoT mehr als 5 Prozent auf 471,75 Cent/bushel. Im vorbörslichen Handel stoppte die Talfahrt. Heute Morgen notiert der Frontmonat September bei 472,25 Cent/bushel (155,09 €/t). Auch in Paris gaben die Notierungen nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen aus Washington deutlich nach. Der September und der Dezember verloren jeweils 3,25 € auf 167,25 und 172,50 €/t. Für heute müssen weitere Verluste befürchtet werden.

Beim Weizen gab es im Wasde nur geringe Veränderungen im Vergleich zum Juli-Bericht. Die globale Ernte wird nun auf 768 Mio. t geschätzt, dass sind 2,5 Mio. t weniger als vor einem Monat. Etwas größere Ernten sieht das USDA in den USA, Argentinien und der Ukraine. Für die EU, Russland und Kasachstan wurden die Mengen gekürzt. Die globalen Bestände zum Ende des Wirtschaftsjahres 2019/20 schrumpfen gegenüber dem Vormonat zwar um 1,1 Mio. t auf 285, Mio. t. Im Jahresvergleich bedeutet das dennoch einen Anstieg um knapp 10 Mio. t. Hauptgrund ist die deutlich größere Erntemenge, die gegenüber 2018/19 um 37,5 Mio. t wächst.

Mais: Der Wasde sorgte beim Mais für eine dicke Überraschung. Die Kurse in Chicago brachen bis auf das zulässige Tageslimit von 25 Cent ein. Der September schloss bei 385,25 Cent/bushel und steht heute bei 377,50 Cent/bushel (132,82 €/t) erneut im Minus. In Paris gab Mais um 2,75 auf 170,00 €/t nach.

Analysten hatten darüber spekuliert, wie stark die Kürzung für die US-Maisernte ausfallen wird. Stattdessen hoben die Experten aus den USDA die Prognose um 650.000 t auf 353,1 Mio. t an, das sind nur 13,2 Mio. t weniger als vor einem Jahr. Das USDA geht davon aus, dass auf 82 Mio. acre Körnermais geerntet wird, das sind 300.000 acre mehr als im Vorjahr. Auch bei der Fläche war mit deutlichen Kürzungen gerechnet worden. Wegen der verspäteten Aussaat werden allerdings niedrigere Erträge von 169,4 (Vorjahr: 176,4) bpa erwartet. Im Vergleich zum Juli-Bericht stiegen die Ertragserwartungen allerdings um 3,5 bushel, was den Markt zusätzlich unter Druck setzte.

Die globale Maisversorgung stellt sich nun deutlich entspannter dar als die meisten Analysten vorhergesagt hatten. Die globalen Bestände Ende 2019/20 werden auf 307,7 Mio. t geschätzt, das sind 8,8 Mio. t mehr als vor einem Monat. Im Jahresvergleich schrumpfen die Bestände um 20,9 Mio. t.

Euro/US-Dollar: Der Eurokurs zeigte am Montag deutliche Ausschläge, die Analysten technisch begründeten. Fundamental gab es kaum neue Nachrichten. Nach Verlusten am Vormittag konnte sich der Euro wieder erholen und notiert heute bei 1,1188 US-$ leicht schwächer.

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