Märkte am Morgen: Getreide

Marokko hebt Importzoll auf


Kräftige Herbststürme tobten in dieser Woche im östlichen Corn-Belt und brachten reichlich Regen. Die Mais- und Weizenernten in den USA mussten unterbrochen werden.

Weizen: Die Weizenkurse machen nach einem schwachen Wochenauftakt zum Ende hin wieder Boden gut. In Chicago verbessert sich der Dezember-Weizen um 7,50 Cent auf 5,08 US-$/bushel (umgerechnet 163,60 €/t). An der Euronext in Paris geht es ebenfalls wieder über die 200-Euro-Marke weiter. Der Frontmonat schafft es auf 200,75 €/t am Donnerstag. Immer mehr verdichten sich die Stimmen, dass Russland auf Dauer das hohe Exporttempo nicht halten könne und sich in absehbarer Zeit die Exportchancen für die EU, aber auch für die USA verbessern.

Ein Indiz sind schon die Ausfuhren von US-Weizen in der Vorwoche, deren Zahlen das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) zur Börse am Donnerstag bekannt gab. Mit Ausfuhren von 582.500 t fiel das Volumen höher als zuvor im Handel erwartet aus. Marokko beendete seinen Zoll über 135 Prozent für Weizenimporte am Donnerstag. Die Regierung wollte mit dieser Maßnahme den inländischen Weizenpreis vor billigen Einfuhren schützen. Am internationalen Markt kaufte  Taiwan 101.400  t US-Mahlweizen.

Mais: Der Mais-Future für Dezember steigt um 3,50 Cent auf 3,66 US-$/bushel (umgerechnet 126,60 €/t). Auch am Maismarkt wirken sich die Turbulenzen vom Sojakomplex - ausgelöst durch einen Tweet von US-Präsident Donald Trump - aus. Trump berichtete über ein gutes entspanntes Telefongespräch mit dem chinesischen Präsidenten. Weltweit wurde dies als Entspannungssignal  im anhaltenden Handelskrieg beider Nationen gewertet. Trockenes Herbstwetter wird für die kommenden zwei Wochen vorhergesagt, sodass die Ernte nach den Herbststürmen weitergehen kann.

Das USDA veröffentlichte am Donnerstag enttäuschende Zahlen zu den wöchentlichen US-Maisausfuhren. Diese lagen in der Vorwoche mit 399.500 t weit unter den Erwartungen.

Euro/Dollar: An den europäischen Devisenmärkten sorgten Berichte über Fortschritte in den Brexit-Verhandlungen am Donnerstag für Verwirrung. So sollten sich laut einem Insider die EU und Großbritannien darauf geeinigt haben, dass die britische Finanzbranche einen gewissen Zugang zum EU-Markt behält. Ein Dementi kam von EU-Brexit-Verhandlungsführer Michel Barnier, der von "irreführenden" Berichten sprach. Der Euro liegt am Freitagmorgen bei 1,1426 US-$.

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