Märkte am Morgen: Getreide

Matif steigt auf Vier-Monats-Hoch


Höhere Preise in Russland und ein fester Sojamarkt wecken die Bullen in Paris. Ägypten kauft erneut am Schwarzen Meer. Conab schätzt die Maisernte in Brasilien.

Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif zogen am Mittwoch deutlich an und beendeten die vierte Sitzung in Folge mit Gewinnen. Der März kletterte um 1,75 auf 206,25 €/t, überwand damit den Widerstand bei 205 € und schloss so hoch wie zuletzt am 20. August. Steigende Exportpreise in Russland nähren die Hoffnung, dass das Exportgeschäft für Weizen aus der EU in der 2. Hälfte des Wirtschaftsjahres anziehen wird. Dass die ägyptische staatliche Getreideagentur GASC am Mittwoch bei einer Ausschreibung erneut Herkünfte vom Schwarzen Meer bevorzugte, drückte die Stimmung nicht. 180.000 t Weizen zur Lieferung Anfang Februar sollen zu zwei Dritteln aus Russland und zu einem Drittel aus Rumänien kommen. Die fob-Preise lagen bei rund 242 US-$/t (212,88 €/t).

Auch in Chicago zogen die Weizennotierungen an. Der März legte um 5,50 Cent auf 526,50 Cent/bushel zu und notiert heute Morgen bei 528 Cent/bushel (170,68 €/t) ebenfalls im Plus. Im wöchentlichen Exportbericht des USDA, der heute veröffentlicht wird, rechnen Analysten mit einer Menge von 500.000 bis 800.000 t.


Mais: Mais konnte nur wenig von der positiven Stimmung auf dem Weizen- und Sojamarkt profitieren. Der März-Future schloss in Chicago mit einem Plus von einem halben Cent bei 385,25 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 384,25 Cent/bushel (133,07 €/t) etwas schwächer. Für die Woche bis zum 12. Dezember werden Exportverkäufe von 1,0 bis 1,5 Mio. t erwartet. Die Ethanolproduktion in den USA ist laut der Energiebehörde EIA in der Woche bis zum 7. Dezember leicht zurückgegangen, liegt aber noch immer über dem Vorjahresniveau. Die Bioethanolbestände sind im Vergleich zur Vorwoche leicht geschrumpft. An der Matif legte Mais gestern um 1,50 auf 176,25 €/t zu, das war der höchste Schlusskurs seit Ende September.

Die brasilianische Agrarbehörde Conab erwartet eine Maisernte von 91,1 Mio. t, das sind 700.000 t mehr als in der Prognose vom November und wären 10,3 Mio. t mehr als im Vorjahr. Das USDA geht derzeit von 94,5 Mio. t aus. Bei der Conab-Prognose muss berücksichtigt werden, dass darin für die zweite Safrinha-Ernte die gleiche Fläche zugrunde gelegt wurde wie in der Saison 2017/18. In diesem Jahr wird wegen der früheren Ernte für Sojabohnen mit einer deutlichen Ausdehnung des anschließenden Maisanbaus gerechnet. Conab wird die Zahlen aber erst im Februar-Bericht anpassen. Dann könnte es eine deutliche Korrektur nach oben geben, denn in Brasilien wird für die zweite Maisernte wegen der günstigen Voraussetzungen mit einer Rekordfläche gerechnet.

Euro/US-Dollar: Der Euro kann sich nach den Verlusten vom Dienstag am Mittwoch etwas erholen. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1367 US-$.

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