Märkte am Morgen: Getreide

Matif-Weizen knackt die 200-€-Marke


Mit vier Tagen Anlauf überspringt die Weizennotierung in Paris wieder die psychologisch wichtige Hürde. Kanada erwartet eine Rekordernte für Mais.

Weizen: Die Weizennotierungen zogen am Mittwoch an der Matif weiter an und schlossen mit einem Plus von 3,25 bei 202,50 €/t. Nach vier grünen Sitzungen in Folge hat der November damit um insgesamt 6,25 € oder 3 Prozent zugelegt und wieder das Niveau vom Monatsanfang erreicht. Auch in Chicago ging es gestern weiter bergauf. Soft Red Winter gewann 12 Cent auf 5,22 US-$/bushel (164,50 €/t). Über Nacht hält der Trend mit Gewinnen von rund 3 Cent. Die Importnachfrage Ägyptens und der Türkei, die 252.000 t ausgeschrieben hat, stützt derzeit den globalen Markt. Syrien kaufte 200.000 t Weizen in Russland. In den USA erwarten Analysten vom heutigen Exportbericht für die Woche bis zum 13. September eine Menge von 250.000 bis 500.000 t.

Statistics Canada erwartet eine Weizenernte von 31 Mio. t, das sind 3,5 Prozent mehr als vor einem Jahr und 2,0 Mio. t mehr als im August geschätzt worden war. Die angehobene Prognose liegt dennoch um 500.000 t niedriger als die Schätzung des USDA im September-Wasde. Die Gerstenmenge taxiert StatsCan auf 8,2 Mio. t (plus 4,3 Prozent gegenüber 2017) und die Haferernte auf 3,4 Mio. t (minus 9,4 Prozent) etwas höher als im August.


In Rumänien sind die Bedingungen für die Aussaat von Weizen und Gerste nicht optimal, berichtet UkrAgroConsult. Überdurchschnittliche Temperaturen und zu geringe Niederschläge sorgen in weiten Teilen des Landes für zu trockene Böden.

Mais: Der Maismarkt in den USA steht noch unter dem Eindruck einer großen Ernte und der erwarteten weiteren Ausdehnung der Anbaufläche im kommenden Jahr. Dennoch konnten die Notierungen in Chicago leicht zulegen. Der Dezember schloss mit einem Plus von 2,5 Cent bei 3,46 US-$/bushel (116,50 €/t). In Paris gab Mais um 1,00 auf 175,00 €/t nach. Eine steigende Ethanolproduktion und sinkende Ethanolbestände wirkten in Chicago unterstützend. Für die Woche bis zum 13. September rechnen Analysten mit Exporten von 500.000 bis 1,2 Mio. t. Wegen des anhaltenden Handelsstreits mit China könnten die US-Farmer geneigt sein, eher Mais als Sojabohnen aus der Ernte heraus zu verkaufen. Das könnte in den kommenden Wochen für zusätzlichen Druck sorgen, vermuten Analysten.

Nicht nur in den USA, auch im benachbarten Kanada gedeiht der Mais in diesem Jahr sehr gut. Statistics Canada rechnet mit einer Rekordernte von 14,5 Mio. t, das sind 700.000 t mehr als in der August-Schätzung und 2,6 Prozent mehr als 2017. Das USDA hatte die kanadische Maisernte in der vergangenen Woche auf 14,3 Mio. t geschätzt.

Der Prognosedienst Mars hat die Erwartungen für die Maisernte in der EU gesenkt. Die durchschnittlichen Erträge sollen nun bei 7,79 t/ha liegen, das sind 1,1 Prozent weniger als im August-Bericht, aber 2,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr geerntet wurde. Überdurchschnittliche Maiserträge werden auf dem Balkan erwartet. Den stärksten Rückgang gegenüber 2017 gibt es in Deutschland mit einem Minus von 43 Prozent auf 5,56 t/ha. Ähnlich ist die Situation beim Silomais. Der Ertrag in Deutschland sinkt um 17 Prozent auf 36,1 t/ha.

Euro/US-Dollar: Der Euro stieg gestern Vormittag wieder über 1,1700 US-$, konnte das Niveau aber nicht halten. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1667 (Dienstag: 1,1697) US-$ fest. Heute Morgen wird der Euro mit 1,1679 US-$ gehandelt.


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