Märkte am Morgen: Getreide

EU auf Maisimporte angewiesen


Aufmerksam verfolgt der Getreidehandel die angespannte Stimmung zwischen Russland und der Ukraine. Auf dem G20-Gipfel gibt sich der russische Präsident Wladimir Putin unnachgiebig. Weizen zieht etwas an.

Weizen: Beachtliche Gewinne gegenüber dem Vortag gibt es am Freitag bei Weizen an der Chicagoer Börse (CBoT). Beide Kontrakte für Dezember und März enden bei 5,15 US-$/bushel (umgerechnet 167,50 US-$/t). Eine schwache Ernte 2018 in vielen EU-Ländern sowie in Australien veranlassen Staaten in Südostasien, sich in Argentinien nach Weizen umzusehen und dort auch zu kaufen.

Um 4 Prozent auf 1,86 Mio. ha soll die Weizenanbaufläche in Großbritannien steigen, laut ersten Schätzungen am Freitag. An der Euronext schafft der März-Kontrakt ein Plus von 1,50 auf 202,50 €/t.  In Russland machen neue Transportbestimmungen die Runde. Berichten zufolge verlangen die russischen Behörden, dass Fahrzeuge, die Exportware transportieren, ein Pflanzengesundheitszeugnis vorlegen müssen. Am Dienstag werden mit der neuen Ernteschätzung in Australien neue Impulse erwartet. Nach der Dürre könnte ein Missernte aktuell eingefahren werden.

Mais: Die Maiskurse an der CBoT können sich am Freitag von ihren Vortagsverlusten erholen. Der Januar-Kontrakt holt im Vergleich zu Weizen auf 3,77 US-$/bushel (umgerechnet 131,40 US-$/t) auf. Die gesamten US-Exportverkäufe im laufenden Vermarktungsjahr 2018/19 übertreffen bereits den Vorjahreszeitraum um 16 Prozent. Die US-Umweltagentur (EPA) hat einen finalen Vorschlag zum Renewable Fuel Standard (RFS) mit einem Ethanolumfang von 15 Mrd. Gallons festgelegt. Taiwan hat Mais unbekannten Ursprungs gekauft. Es wird erwartet,  dass die eine oder andere Partie aus den USA kommen wird.

Die Maisimporte in EU-Länder innerhalb und außerhalb des Binnenmarkts sind rege. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) erwartet 2018/19 rund 21 Mio. t. Hingegen geht am Freitag in Paris ein unspektakulärer Handel zu Ende.  An der Euronext verabschiedet sich der Frontmonat Januar nahezu unverändert mit 172,75 €/t, Tendenz abnehmend, ins Wochenende.

Am Mittwoch bleibt die New Yorker Börse wegen des Todes des ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush übrigens geschlossen. US-Präsident Donald Trump hat den Mittwoch zum Staatstrauertag erklärt. Ob auch die Chicagoer Börse schließt, ist am Wochenende nicht bekannt geworden.


Euro: Der Euro bleibt auch nach dem G20-Gipfel in Argentinien unverändert. Die Gemeinschaftswährung steht am Montagmorgen bei 1,1320 US-$.

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