Märkte am Morgen: Getreide

Noch mehr Weizen aus Russland


Die Prognosen für die russischen Weizenexporte steigen weiter. In Chicago und Paris stehen die Notierungen unter Druck.

Weizen: Die Beratungsorganisation IKAR hebt die Exportprognose für russischen Weizen noch einmal um 1,3 Mio. t auf 35,3 Mio. t an. Diese Menge liegt damit um rund 7 Prozent über der jüngsten Schätzung des USDA. Im November-Wasde wurden die russischen Exporte auf von 32,5 auf 33,0 Mio. t. angehoben. Mit einer weiteren Korrektur im Dezember-Bericht, den das US-Agrarministerium am kommenden Montag veröffentlicht, wird nun gerechnet.

Die Nachrichten aus Russland setzten die Weizennotierungen in Chicago unter Druck. Der Frontmonat Dezember verlor gut 4 Cent auf 4,06 US-$/bushel. Spätere Termine konnten sich mit Verlusten von 2 bis 3 Cent etwas besser halten. Heute Morgen steht der Dezember mit gut 1 Cent im Plus, spätere Termine geben um bis zu einem halben Cent nach.


Matif-Weizen gab trotz eines etwas schwächeren Euros nach. Der bald auslaufende Dezember-Future verlor, auch technisch bedingt, 1,75 € auf 160 €/t. Spätere Termine gaben um 25 bis 50 Cent nach. Der umsatzstärkste März-Future schloss mit einem Minus von 25 Cent bei 161,50 €/t.

Während Russland klar bärisch wirkte, blieben die schlechten Nachrichten aus Australien vom Markt nahezu unbeachtet. Abares schätz die Weizenernte nun nur noch auf 20,3 Mio. t, das sich 42 Prozent weniger als im vergangenen Rekordjahr. Das USDA sah die australische Weizenernte im November noch bei 21,5 Mio. t und das Exportpotenzial bei 17,5 Mio. t. Das wären gut 5 Mio. t weniger als 2016/17.

Etwas höher ausfallen könnte die Weizenernte in Argentinien. Die Analysten von Informa heben ihre Prognose um 300.000 t auf 18 Mio. t an und liegen damit über den Erwartungen des USDA von 17,5 Mio. t.

Mais: Hoffnungen auf eine weiterhin starke Nachfrage der Bioethanol-Industrie stützen die Maisnotierungen in Chicago. Offizielle Zahlen gibt die EIA heute bekannt. Erwartet wird, dass die Produktion weiter so gut läuft wie in den vergangenen Wochen, in denen neue Rekorde aufgestellt wurden. Stützend wirkten auch Nachrichten aus Brasilien. Informa rechnet mit einer Maisernte von 89 Mio. t, das sind 3 Mio. t weniger als in der bisherigen Prognose. Safras geht von 90,5 Mio. t Mais aus. Die Analysten in Brasilien sind damit pessimistischer als die Experten vom US-Agrarministerium, das im November-Wasde eine Produktion von 95 Mio. t vorhersagte.

Dezember-Mais ging in Chicago am Dienstag mit minimalen Gewinnen bei 3,40 US-$/bushel aus dem Handelstag und steht heute Morgen mit einem halben Cent im Plus. Am der Matif schloss der Januar unverändert bei 155 €/t.

Euro/US-Dollar: Der Euro stand gestern unter Druck und drohte unter 1,18 US-$ zu fallen. Heute Morgen kann sich der Euro erholen und notiert bei 1,1842 US-$.

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