Märkte am Morgen: Getreide

Russlands Ernte kleiner als erwartet


Eine neue Ernteschätzung des russischen Agrarministeriums überrascht die Märkte. In den USA bleiben der Regen und die Politik die größten Probleme.

Weizen: Das russische Agrarministerium veröffentlichte am Donnerstag eine neue Ernteschätzung von 75 Mio. t. Das ist weniger als die Erwartungen anderer Experten, die bei rund 80 Mio. t liegen. Das USDA positioniert sich mit seiner Prognose von 77 Mio. t in der Mitte.

Der Handel in Chicago wurde am Donnerstag einmal mehr von der Politik der US-Regierung beeinflusst. Zunächst waren die Weizenkurse gestiegen, weil in den kommenden Tagen weitere Niederschläge drohen, die die Sommerweizenaussaat verzögern und die Qualität des Winterweizens beeinträchtigen. Nachdem Präsident Donald Trump ein neues Hilfsprogramm für die Landwirtschaft vorgestellt hatte, kippte die Stimmung an der CBoT. Der Juli schloss mit einem Minus von 2,5 Cent bei 470,25 Cent/bushel und notiert heute Morgen bei 468 Cent/bushel (153,87 €/t) erneut schwächer.


Die US-Regierung verspricht den unter den Folgen des Handelskriegs leidenden Farmern Direktzahlungen in Höhe von 14,5 Mrd. US-$. Das gesamte Paket hat ein Volumen von 16 Mrd. US-$. Um die Anbauentscheidungen der Farmer nicht zu beeinflussen, wurde noch nicht mitgeteilt, wie das Geld genau verteilt wird. Klar zu sein scheint, dass es keine für die gesamten USA geltenden, einheitlichen mengenbezogenen Ausgleichszahlungen für bestimme Erzeugnisse geben wird.

Stattdessen soll das Geld auf die Landkreise verteilt und dann an die Farmer weitergereicht werden. In ersten Bewertungen rechnen Analysten damit, dass die zusätzlichen Mittel den Anreiz steigern könnten, in eigentlich zu nassen Böden zu drillen, um sich so die Subventionen zu sichern. Welche Kulturen davon letztendlich am meisten profitieren werden, lässt sich heute noch nicht absehen.

In Paris hatte die Börse von den frühen Gewinnen in Chicago profitiert. Der September schloss mit einem Plus von 50 Cent bei 175,50 €/t, der Dezember legte um 75 Cent auf 179,25 €/t zu.

Mais: Der Maismarkt reagierte ähnlich wie die Weizennotierungen. Nach frühen Gewinnen schloss die CBoT erstmals seit neun Handelstagen mit einem Verlust. Der Juli gab um 4,75 Cent auf 389,75 Cent/bushel nach und steigt heute Morgen auf 390,50 Cent/bushel (137,48 €/t). An der Matif verlor Mais 25 Cent auf 162,00 €/t.

In China wurden in einer Auktion für staatliche Maisreserven aus der Ernte 2014 3,62 Mio. t verkauft, das waren 90,7 Prozent der angebotenen Menge.

Euro/US-Dollar: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai auf den tiefsten Stand seit Ende 2014 gesunken. Die Nachricht setzte den Euro am Donnerstag zunächst unter Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,1139 (Mittwoch: 1,1171) US-$ fest. Bis heute Morgen erholt sich der Euro wieder auf 1,1181 US-$.

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  1. Michèl Wahnschaffe
    Erstellt 24. Mai 2019 14:56 | Permanent-Link

    Die Preisstabilisierung scheint wohl Russlands neue Rolle zu sein.

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