Märkte am Morgen: Getreide

Schlechte Aussichten in Russland und Europa


Der International Grains Council (IGC) korrigiert seine Erwartungen für die Weizenernte in wichtigen Anbaugebieten nach unten. In Chicago und Paris reagieren die Börsen unterschiedlich auf die neuen Zahlen.

Weizen: Die Aussichten für die weltweite Weizenernte haben sich eingetrübt. Der IGC kürzte seine Prognose für 2018/19 gegenüber dem Bericht vom 24. Mai um 5,5 auf 736,8 Mio. t. Das wären 21,3 Mio. t weniger als im abgelaufenen Wirtschaftsjahr. Einbußen sieht der IGC vor allem in Russland (70,9 Mio. t, minus 3,6 Mio. t), der EU (147 Mio. t, minus 1,9 Mio. t), China (126 Mio. t, minus 2 Mio. t) und Australien (23,5 Mio. t, minus 0,8 Mio. t). Positiver sind die Aussichten dagegen in Indien (95,5 Mio. t, plus 3,5 Mio. t) und den USA (48,2 Mio. t, plus 1,7 Mio. t). Gegenüber dem Juni-Wasde aus dem US-Agrarministerium, das eine globale Weizenernte von 444,7 Mio. t sieht, ist der IGC deutlich pessimistischer.

Unterstützt von den schlechteren Aussichten in der EU und in Russland sowie einem schwachen Euro legte Weizen in Paris am Montag erneut zu. Die Gewinne fielen zwar kleiner aus als am Freitag, mit einem Plus von 1,75 € konnte der September aber bei 180,25 €/t über der 180-Euro-Marke schließen. Der Dezember kletterte im Gleichschritt auf 183,50 €/t.


In Chicago brachen die Weizenkurse dagegen ein. Der Frontmonat Juli gab um 17,25 Cent auf 4,80 US-$/bushel (151,76 US-$/t) nach. Auch in Kansas und Minneapolis schlossen die Börsen  tief im roten Bereich. Heute schließt CBoT früher, am Mittwoch ist sie wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen.

Der wöchentliche Bericht des US-Agrarministeriums zur Bestandsentwicklung und zum Erntefortschritt zeigte gestern, dass das Erntetempo etwas nachgelassen hat. In Kansas wird der Drusch immer wieder durch Regen unterbrochen. Bundesweit waren zum 1. Juli 51 Prozent der Flächen geerntet, das sind 2 Prozent mehr als im Durchschnitt zu diesem Zeitpunkt. Die Sommerweizenbestände präsentieren sich mit 77 Prozent gut und sehr gut (Vorjahr: 37 Prozent) weiter in einem hervorragenden Zustand.

Mais: Auch bei der globalen Maisernte nimmt der IGC Abstriche vor. Die Produktionsschätzung für 2018/19 sinkt um 2,5 auf 1.052,4 Mio. t, das wären 11 Mio. t mehr als im Jahr zuvor und liegt exakt auf Höhe der USDA-Prognose im Juni-Wasde. Die Maisbestände in den USA geben weiter keinen Anlass zur Sorge. Das USDA bewertet 76 Prozent der Flächen mit gut und sehr gut, das ist zwar 1 Prozent weniger als vor einer Woche, aber weiter deutlich besser als vor einem Jahr. Aktuelle Wettervorhersagen warnen vor heißen Nächten und Hagelschäden. Im Laufe dieser Woche könnte sich deshalb der Zustand der Bestände verschlechtern, meinen Analysten.

In Brasilien kommt die Maisernte nur langsam in Fahrt, berichtet AGRural. Bis zum 29. Juni waren in Zentral- und Südbrasilien 9,5 Prozent der Flächen geerntet, das war weniger als im schnellen Vorjahr (16,2 Prozent), lag aber auch unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 13,3 Prozent. Gründe für die Verzögerung sind eine späte Aussaat und milde Nachttemperaturen, die das Trocknen der Kolben behindern. In Parana habe es zudem geregnet, meldet AGRural.

Die Maisnotierungen sackten in Chicago am Montag um mehr als 10 Cent ab. Der Juli schloss mit einem Minus von 12,75 Cent bei 3,37 US-$/bushel (118,47 €/t). In Paris ging Mais mit einem Plus von 1,75 bei 166,75 €/t aus dem Handelstag.

Euro/US-Dollar: Der Streit zwischen CDU und CSU zur Asylpolitik und Angst vor einer Bruch der Koalition in Berlin belasteten am Montag den Euro. Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,1594 US-$. Nachdem sich eine Einigung abzeichnete, konnte sich der Euro erholen und notiert heute Morgen bei 1,1636 US-$.

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