Märkte am Morgen: Getreide

Schwache Exporte drücken Chicago


Prognosen für die Weizenernte werden in Indien zum Politikum. In Brasilien könnte die verspätete Sojaaussaat zu einer Einschränkung des Maisanbaus führen.

Weizen: Schwache Exportzahlen drückten den Weizen in Chicago am Montag ins Minus und auch heute Morgen sind die Vorzeichen an der CBoT rot. Der März schloss mit einem Verlust von 3 Cent bei 4,28 US-$/bushel und steht heute Morgen mit einem weiteren Cent im Minus. An der Matif bewegten sich die Weizenkurse gestern nur wenig. Dank eines etwas schwächeren Euros konnte sich Weizen trotz der Verluste in Chicago zum Handelsschluss bei 161 €/t halten. 

Die vorläufigen Exportzahlen für die Woche bis zum 4. Januar zeigen, dass es US-Weizen auf dem Weltmarkt weiter nicht leicht hat. 234.000 t bedeuten gegenüber der Vorwoche ein Minus von 14,8 Prozent und gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 11,1 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Daten für den November 2017, die gestern veröffentlicht wurden. Danach exportierten die USA 1,4 Mio. t Weizen, das war ein wenig mehr als im Oktober, blieb aber um 21,5 Prozent unter dem Ergebnis aus dem Jahr 2016. Punkten konnten die USA in Nordafrika. Im Rahmen eines Kontingents mit abgesenkten Zollsätzen wurden 315.000 t verkauft, die bis Ende Mai nach Marokko geliefert werden sollen. Auch Ägypten sucht erneut Weizen, die Ausschreibung für Lieferungen im Februar soll heute geschlossen werden.


Die Händler richten sich bereits auf den neuen Wasde ein, der an Freitag veröffentlicht wird. An der komfortablen Versorgung auf dem globalen Weizenmarkt dürften kleinere Korrekturen aber nur wenig ändern.

In Indien sorgen die Aussichten für die Weizenernte für politische Diskussionen. Trotz einer kleineren Aussaatfläche rechnet Landwirtschaftsminister Pattanayak für das Jahr 2017/18 mit einer Rekordernte von über 100 Mio. t. Das wären noch einmal knapp 2 Mio. t mehr als im bisher besten Jahr 2016/17. Pattanayak räumte gestern ein, dass vor allem in Uttar Pradesh weniger Weizen ausgesät wurde. Weil sich das Aussaatfenster erst Ende Januar schließt, könnte die Fläche aber noch wachsen, hofft der Minister, der mit dieser Aussage optimistischer ist als die Experten seines Ministeriums. Sie erwarten einen Rückgang der Anbaufläche um knapp 5 Prozent. An der offiziellen Prognose für das aktuelle Jahr von 97,5 Mio. t Weizen hält die Regierung fest.

Mais: Auch Mais gab in Chicago am Montag um 3 bis 4 Cent nach. Der März schloss mit einem Minus von 4 Cent bei 3,47 US-$/bushel und notiert heute Morgen mit einem halben Cent im Plus. In Paris gab Mais um 50 Cent auf 158,75 €/t nach.

Niedrige Maispreise und eine verspätete Soja-Ernte könnten in Brasilien zu einer Einschränkung des Maisanbaus führen. Die Wissenschaftler des Instituts Cepea rechnen für 2017/18 mit der kleinsten Maisfläche seit mehr als 40 Jahren.

Euro/US-Dollar: Der Höhenflug des Euro ist vorerst gestoppt. Gestern rutschte die Gemeinschaftswährung wieder unter 1,20 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1973 (Freitag: 1,2045) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1959 US-$.

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