Märkte am Morgen: Getreide

Sorgen in den USA wachsen


Die verspätete Aussaat im Norden und zu viel Regen im Süden der Vereinigten Staaten bringen die Kurse an der CBoT in Bewegung. In Europa sind die Bedingungen für Getreide besser.

Weizen: Ungünstige Witterungsbedingungen sorgen an den Börsen in den USA für eine steigende Nervosität. Im Norden verzögert sich die Aussaat von Sommerweizen. In den südlichen Plains wächst angesichts der ungewöhnlich starken Regenfälle die Furcht vor Krankheiten und Qualitätseinbußen. Soft Red Winter schloss am Montag in Chicago mit einem Plus von 13,25 Cent bei 478,25 Cent/bushel. In Kansas legte Weizen um 14,15 Cent auf 434,5 Cent/bushel zu, in Minneapolis ging es um 15,75 Cent auf 543 Cent/bushel nach oben. Heute Morgen notiert die CBoT bei 483,74 Cent/bushel (159,31 €/t) erneut deutlich im Plus.


Der wöchentliche Nass-Report zum Zustand der Bestände zeigte gestern nach Börsenschluss, dass die Aussaat von Sommerweizen in den USA zu 70 Prozent abgeschlossen ist. Gegenüber der Vorwoche ist das zwar ein Sprung um 25 Prozent, der Rückstand zum durchschnittlichen Tempo beträgt aber noch immer 10 Prozent. Noch mehr Sorge bereitet die langsame Jugendentwicklung. Erst auf 26 Prozent (Durchschnitt 51 Prozent) der Flächen ist der Sommerweizen aufgelaufen.

Der europäische Weizenmarkt profitierte von der Entwicklung an den US-Börsen. In Paris schlossen der September und Dezember mit einem Plus von 2,25 €, bei 176,00 €/t und 179,75 €/t. Die Weizenbestände in der EU entwickelten sich Mitte Mai gut, berichtete der Prognosedienst Mars am Montag. Feuchtes und mildes Wetter habe auch in der Ukraine zu einem guten Wachstum beigetragen. Dort werden nun Weizenerträge von 4,23 t/ha erwartet, das wären 13 Prozent mehr als im Vorjahr und 6,1 Prozent mehr als im Durchschnitt. Trotz regionaler Probleme mit zu kühlem oder zu trockenem Wetter bescheinigt der Report auch Russland eine gute Zwischenbilanz, ohne konkrete Aussagen zu den Ertragserwartungen zu machen.

Mais: Im westlichen Corn Belt sollen in dieser Woche weitere Niederschläge fallen, die die Aussaat behindern. Landesweit sind nun 49 Prozent der Maisflächen bestellt, das sind 19 Prozent mehr als in der Vorwoche, liegt aber deutlich unter dem Durchschnitt von 80 Prozent. In Ohio sind erst 9 Prozent (Durchschnitt: 62 Prozent) des Maises gepflanzt. Der gelegte Mais entwickelt sich nur sehr langsam. So sind in Wisconsin zwar 35 Prozent des Maises im Boden, aber erst 3 Prozent aufgelaufen (Durchschnitt: 24 Prozent). In den gesamten USA sind 19 Prozent (Durchschnitt: 49 Prozent) aufgelaufen.

Die bisher bärisch gestimmten institutionellen Anleger reagierten auf diese Entwicklung und bauten Short-Positionen ab. Diese Käufe sorgten gestern für anziehende Notierungen. Der Juni schloss mit einem Plus von 5,75 Cent bei 389 Cent/bushel und legt bis heute Morgen um auf 394 Cent/bushel (138,96 €/t) zu.

Der europäische Prognosedienst Mars rechnet derzeit in den 28 EU-Mitgliedstaaten mit Maiserträgen von 7,92 t/ha, das wären 5,2 Prozent weniger als im Durchschnitt, aber 6,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Deutlich überdurchschnittliche Maiserträge werden in Rumänien und Bulgarien erwartet, wo die Rekordergebnisse aus dem Vorjahr aber nicht wiederholt werden können. Für die Ukraine rechnet Mars mit Maiserträgen von 7,11 t/ha; das wären zwar 9,3 Prozent weniger als vor einem Jahr, würde den Fünfjahresschnitt aber um 12 Prozent übertreffen.

Euro/US-Dollar: Fehlende Konjunkturdaten sorgten am Montag für einen unaufgeregten Tag an den Finanzmärkten. Der Euro bewegte wich weiter knapp unter 1,1200 US-$ und notiert heute Morgen bei 1,1161 US-$.

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