Märkte am Morgen: Getreide

SovEcon erwartet riesige Ernte

In Russland steht Weizen so gut, dass mit dem zweitbesten Ergebnis aller Zeiten gerechnet wird. In den USA reagieren die Börsen auf die langsame Aussaat von Mais und Sommerweizen.

Weizen: Die Weizenkurse an der Matif bewegen sich weiter kaum. Der Mai gab am Montag um 25 Cent auf 189,00 €/t nach und der September schloss unverändert bei 177 €/t. In Chicago gab Weizen um 5 Cent auf 459,5 Cent/bushel nach und notiert heute Morgen bei 459 Cent/bushel (151,01 €/t).

Die Aussichten für die neue Ernte bleiben auf der Nordhalbkugel gut. SovEcon hob seine Prognose für die russische Ernte am Montag um 3,4 auf 83,4 Mio. t an und liegt damit nur noch knapp unter dem Rekordergebnis aus dem Jahr 2017 von 85,2 Mio. t. Einige russische Analysten wecken bereits Hoffnung auf eine Rekordernte, für die die Witterungsbedingungen aber günstig bleiben müssten.


Auch in den USA stehen die Winterweizenbestände mit 60 Prozent gut/exzellent im Vergleich zur vergangenen Woche unverändert. Sorgen bereitet lediglich die verspätete Aussaat von Sommerweizen. Erst 2 Prozent der geplanten Flächen sind bestellt, normal wären Mitte April 13 Prozent, heißt es im gestern veröffentlichten wöchentlichen Nass-Report. In Minnesota und den Dakotas hat die Aussaat wegen der aktuellen Schneestürme noch nicht begonnen. Dies stützte Sommerweizen in Minneapolis, der um 0,5 Cent auf 531,75 Cent/bushel zulegte.

In Europa haben die Winterkulturen in den meisten Ländern in den vergangenen Wochen von den überwiegend milden Witterungsbedingungen profitiert, heißt es im gestern veröffentlichten Mars-Report. Trockenheit bereitet allerdings auf dem Balkan, in Italien, Spanien und Portugal Probleme, wo die Prognosen reduziert wurden. Die führt dazu, dass die Ertragsaussichten beim Weizen für die gesamte EU gegenüber dem März-Bericht leicht von 5,81 auf 5,77 t/ha sinken. Mit diesem Ergebnis würde der Wert aus dem Vorjahr um 6,4 und der Fünfjahresdurchschnitt um 1,2 Prozent übertroffen.

Die Exporte der EU holen im Vergleich zum Vorjahr weiter auf. Mit 16,08 Mio. t liegen die Mehl- und Weizenausfuhren nun nur noch 1,47 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Wichtigster Abnehmer bleibt Algerien mit 4,43 Mio. t, das sind 28,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die deutschen Ausfuhren in Drittstaaten liegen nun bei 1,707 Mio. t, das sind gut 200.000 t mehr als vor einer Woche. In den USA wurden in der Woche bis zum 11. April 511.000 t Weizen für den Export verladen, das war weniger als in der Vorwoche, aber etwas mehr als im Vorjahr.

Mais: Short-Eindeckungen und eine langsame Maispflanzung in den USA sorgten für einen leichten Anstieg der Maisnotierungen in Chicago. Der Mai schloss mit einem Plus von 1,75 Cent bei 362,74 Cent/bushel und wird heute Morgen bei 362 Cent/bushel (126,08 €/t) leicht schwächer notiert. In Paris fiel die Notierung für den Frontmonat Juni um 1,00 auf 166,50 €/t.

In den USA waren bis zum 7. April erst 3 Prozent der Maisflächen bestellt, das sind 2 Prozent weniger als im Durchschnitt. In den kommenden Tagen werden keine großen Fortschritte erwartet, weil in der Osthälfte der USA weitere Niederschläge fallen sollen.

Die Maisverladungen in den US-Häfen summierten sich in der Woche bis zum 11. April auf 1,182 Mio. t, das waren 11,3 Prozent mehr als vor einer Woche, aber 25 Prozent weniger als vor einem Jahr. Mit 19,3 Mio. t liegen die Maiseinfuhren der EU um 39 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Euro/US-Dollar: Nach dem deutlichen Anstieg vom Freitag hat der Euro am Montag leicht nachgegeben. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gestern auf 1,1313 (Freitag: 1,1321) US-$ fest. Heute Morgen steht der Euro bei 1,1303 US-$.

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