Märkte am Morgen: Getreide

Spannung in Frankreich steigt


Die ersten Druschergebnisse in Frankreich heizen die Diskussionen um Ernteausfälle weiter an. Schwache Exportzahlen beeinflussen die Kurse in Chicago und Paris.

Weizen: Auf dem europäischen Weizenmarkt wird weiter darüber spekuliert, wie stark sich die ungewöhnlichen Wetterverhältnisse in weiten Teilen der EU auf die Weizenerträge auswirken. Im Fokus steht dabei vor allem Frankreich. Dort wurden die Prognosen für die Ernte zuletzt stark gekürzt. Erste Ernteergebnisse lassen noch kein klares Bild zu, weil die Erträge je nach Region und Bodenqualität stark streuen. Bei den Qualitäten scheint es keine Probleme zu geben. Diskutiert wird, ob die von Strategie Grains vorgenommene Kürzung der Weizenernte um 4,0 auf 33,2 Mio. t zu pessimistisch war. FranceAgriMer bewertete zum 1. Juli immerhin 73 Prozent der Weichweizenbestände mit gut und sehr gut; das ist zwar weniger als Ende Mai (80 Prozent) aber auch kein dramatischer Rückgang.

An der Matif gab Weizen am Montag den zweiten Handelstag in Folge nach. Der September verlor 1,00 € auf 184,25 €/t, der Dezember 1,50 € auf 186,75 €/t. Belastend wirkte dabei auch der stärkere Euro, der zwischenzeitlich bis auf fast 1,18 US-$ stieg. Gestern veröffentlichte die EU-Kommission die Exportzahlen erstmals am Montag. In der Woche bis zum 8. Juli wurden 209.000 t Weizen exportiert, das sind 9 Prozent weniger als im vergangenen Jahr und 72,3 Prozent weniger als Anfang Juli 2016. Die größten Mengen kamen aus Frankreich (121.000 t) und Polen (67.000 t). Für Deutschland weist die Statistik Ausfuhren von 4.000 t aus.


In Chicago gaben die Weizennotierungen um 4 bis 7 Cent nach. Der Juli verlor 5 Cent auf 5,08 US-$/bushel. Heute Morgen notiert der Frontmonat bei 5,03 US-$/bushel (157,31 €/t) erneut im Minus. Schwache Exportzahlen enttäuschten die Händler. Für die Woche zum 5. Juli meldete das USDA Ausfuhren von 268.000 t Weizen, das waren 17,4 Prozent weniger als in der Vorwoche und nur die Hälfte des Vorjahreswertes.

Die Winterweizenernte läuft in den USA weiter problemlos. Inzwischen ist das Korn auf 63 Prozent der Flächen gedroschen, das ist gegenüber der Vorwoche ein Fortschritt von 12 Prozent und liegt um 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Zustand des Sommerweizens hat sich auf dem ohnehin schon sehr guten Niveau weiter verbessert. Jetzt werden 66 Prozent als gut eingeschätzt, das sind zwei Prozent mehr als vor einer Woche und 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Die exzellenten Bestände haben nun einen Anteil von 14 Prozent, das ist 1 Prozent mehr als in der Vorwoche und liegt um 8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der staatliche ägyptische Getreideeinkäufer GASC hat gestern eine unbestimmte Weizenmenge zur Lieferung vom 21. bis 31. August ausgeschrieben. Beteiligen können sich Lieferanten aus den USA, Kanada, Australien, Frankreich, Deutschland, Polen, Argentinien, Russland, Kasachstan, der Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Paraguay. Bis heute 12 Uhr Ortszeit sollen die Gebote eingereicht werden, um 15.30 Uhr wird das Ergebnis bekannt gegeben. Bei der letzten Ausschreibung am 26. Juni hatte das GASC 120.000 t russischen Weizen gekauft.

Mais: Auch die Mais-Notierungen gaben am Montag in Chicago nach. Der Juli verlor 6 Cent auf 3,46 US-$/bushel und notiert heute Morgen bei 3,44 US-$/bushel (115,87 €/t) etwas schwächer. Die US-Maisexporte in der Woche bis zum 5. Juli lagen bei 1,45 Mio. t, das waren 6 Prozent weniger als in der Vorwoche, aber 43,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Maispflanzen sind weiter in einem überwiegend guten Zustand. Im Nass-Report vom Montag werden 54 Prozent als gut bewertet, das ist 1 Prozent weniger als in der Vorwoche und liegt um 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die exzellenten Flächen haben weiter einen Anteil von 21 Prozent, das sind 8 Prozent mehr als Anfang Juli 2017.

Die EU importierte in der Woche bis zum 8. Juli 222.000 t Mais, das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wichtigste Importeure waren Spanien mit 123.000 t und Portugal mit 55.000 t. Die Maisnotierungen in Paris gaben am Montag nach. Der August verlor 0,75 € auf 171,00 €/t.

Euro/US-Dollar: Gute deutsche Exportdaten stützten gestern den Euro, der sich erstmals seit einem Monat wieder in Richtung 1,18 US-$ bewegte. Am Nachmittag gab der Euro wieder nach und notiert heute Morgen bei 1,1742 US-$.  

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