Märkte am Morgen: Getreide

Starke Kursverluste in Paris und Chicago


Ein kräftiger Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Dezember hat in den USA Konjunkturängste geschürt. Weltweit rutschen die Notierungen in den Keller.

 

Weizen: Das russische Agrarministerium hat die russische Weizenproduktion für 2019 auf 118 Mio. t heraufgesetzt. Im Januar waren noch Erntemengen von 108 bis 110 Mio. t an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gemeldet worden. In der Ukraine berichtet das Ministerium von sehr guten Beständen. Die Weizenkurse für März fallen am Donnerstag an der Börse in Chicago (CBoT) um 15,25 US-Cent auf 5,07 US-$/bushel (umgerechnet 165 €/t). Auslöser waren die vom US-Agrarministerium (USDA) nachgereichten Exportzahlen für US-Weizen für die Woche zum 3. Januar 2019. Diese Meldungen  waren wegen des Haushaltsstreits in den USA, wo das USDA nicht arbeiten konnte, noch offen. Nunmehr hat das USDA für die erste Januarwoche die US-Weizenausfuhren auf schwache 131.150 t beziffert, was am Donnerstag einen Kursrutsch auslöste.

Immerhin gab es Berichte, wonach Südkorea US-Weizenmehl gekauft hat. Die schwachen Weizenexporte belasten auch die übrigen globalen Weizenexporteure sehr. Kurzfristig kamen Hoffnungen auf, dass der russische Exportmotor schwächelt und die Offerten im Preis steigen. Dem ist aber nicht so. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist der russische Weizen auf ein sehr niedriges Level gefallen. Dies hat auch viel mit der Schwäche des Rubelkurses zu tun. Russischer Weizen mit 12,5 Prozent Protein wird derzeit zu 240 US-$/t fob Kavkaz gehandelt, erneut um 2 US-$/t unter der Vorwoche. Vor allem mit französischen Weizen findet ein offener Wettbewerb um Lieferungen nach Nordafrika statt. An der Euronext in Paris ist der Frontmonat März unter die Marke von 200 €/t gefallen und notiert am Donnerstag zum Börsenschluss bei 198,25 €/t um 3 €/t niedriger.  

Vor allem technische Verkäufe und die Entwicklung an der CBoT verursachten den niedrigsten Stand der Kurse seit sechs Monaten an der Euronext. Und das, wo doch franzöischer Weizen nun preislich gegenüber russischen Offerten mithalten könnte. Doch immer mehr Händler glauben nicht mehr daran, dass man nach dem schwachen Exportstart noch aufholen könnte, um die erwarteten Mengen für 2018/19 noch zu ergattern. Denn eigentlich verlief die Exportwoche erfreulich. Händlern berichteten am Mittwoch, Frankreich könnte einen Teil eines Tenders von Tunesien in Höhe von 100.000 t für sich beanspruchen. Insofern stiegen auch die Chancen für französischen Weizen, an der Ausschreibung für 600.000 t Weizen nach Algerien mit dabei zu sein.

Das französische Analystenhaus Strategie Grains hat am Donnerstag seine Prognosen für die EU-Exporte 2018/19 auf 18,7 Mio. t angehoben und hält an einer steigenden Wettbewerbsfähigkeit von EU-Herkünften fest. Gleichzeitig hebt Strategie Grains seine Ernteschätzung für Weizen 2019 in der EU um 15 Prozent gegenüber dem Dürrevorjahr an. Dies bestärkt Händler in ihrem Gefühl, dass der Markt in den kommenden Monaten unter einem gewissen Angebotsdruck stehen wird.

Mais: Die Maiskurse an der CBoT kommen im Vergleich zu Weizen und Soja glimpflich davon Der März-Kontrakt gibt um 4,50 auf 3,74 US-$/bushel (umgerechnet 130,55 €/t) nach.

Die Rosario Grain Börse in Buenos Aires erhöht ihre Schätzungen für die Maisernte in Argentinien auf 46,5 Mio. t, rund 2,5 Mio. t mehr als zuvor und 500.000 t mehr als das USDA im Februar-Wasde geschätzt hatte. In Paris endet der Maistermin für März unaufgeregt bei 175 €/t etwas schwächer als am Vortag.


Euro/Dollar:Der Kurs des Euro ist nach den schwächeren US-Konjunkturdaten zum Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel am Donnerstag kurzfristig auf 1,1300 US-$ in die Höhe geschnellt. Im weiteren Verlauf musste er aber einen Großteil seiner Gewinne wieder abgeben. Zuvor litt die Gemeinschaftswährung unter dem schwächelnden Wirtschaftswachstum in Deutschland. Am Freitagmorgen startet der Euro mit 1,1286 US-$.

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