Märkte am Morgen: Getreide

Verunsicherung um Ruthenium-106


Die Weizennotierungen legten gestern leicht zu. Spekulationen um einen Atomunfall im südlichen Ural sorgen an den Börsen für Gesprächsstoff.

Weizen: In Chicago ging Weizen gestern mit einem kleinen Gewinn von 2,75 Cent bei 4,25 US-$/bushel aus dem Handelstag. Auch die Matif beendete ihre Sitzung mit grünen Vorzeichen. Der Dezember legte um 50 Cent auf 158,75 €/t zu. Auch heute Morgen stehen die Weizen-Futures an der CBoT leicht im Plus. Unterstützend wirkten etwas schlechtere Bewertungen der Winterweizenbestände in den USA, obwohl zu diesem frühen Zeitpunkt noch kein Einfluss auf den Ertrag im kommenden Jahr abgeschätzt werden kann. In einigen Regionen Australiens verzögern Regenfälle die Ernte – auch das mag leicht bullisch gewirkt haben.

Woher stammt das Ruthenium-106 in Russland?

Ein Thema auf dem Börsenparkett sind die erhöhten Konzentrationen von radioaktivem Ruthenium-106, das offenbar aus der Region Tscheljabinsk im südlichen Ural stammt. In westeuropäischen Messstellen wurden Ende September auffällige Mengen registriert. Die Werte liegen allerdings weit unter den Grenzwerten für eine Gesundheitsgefährdung. In Russland wurden dagegen an einem Ort Werte ermittelt, die die Grenzwert um das Tausendfache übersteigen. In der Region gibt es eine Anlage zur Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente. Ein Unfall wird von den russischen Behörden bestritten und erscheint auch westlichen Experten unwahrscheinlich, denn dabei wären weitere radioaktive Elemente freigesetzt worden. Eine Erklärung für die hohen Ruthenium-106-Werte lieferten die russischen Behörden bisher aber auch nicht. Allein diese Tatsache verunsichert die Märkte. Dass russisches Getreide radioaktiv belastet sein könnte, dafür gibt es derzeit keine Anzeichen.


Mais: Beim Mais war gestern keine klare Linie zu erkennen. In Paris und Chicago schlossen die vorderen Termine unverändert. Spätere Termine gaben an der CBoT leicht nach. An der Matif sahen die Händler kleine Gewinne und Verluste. Die Ernte in den USA ist noch nicht abgeschlossen. Die geringe Verzögerung hat aber keinen Einfluss auf die Marktbewertung.  

Euro/US-Dollar: Die gescheiterten Sondierungsgespräche in Berlin verunsichern die Devisenmärkte nur kurz. Der Euro fiel gestern bis auf 1,1716 US-$, konnte sich anschließend aber erholen. Heute Morgen zeigt sich der Euro fester und notiert bei 1,1754 US-$.

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