Märkte am Morgen: Ölsaaten

Wasde fällt heute aus


Börsianer sind enttäuscht, weil es keinen klaren Durchbruch bei den Handelsgesprächen von USA und China gegeben hat. Zudem hat das US-Agrarministerium (USDA) den Marktreport 'Wasde' für heute abgesagt wegen des andauernden Haushaltsstreits in den USA.

Die Euphorie über die Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China sind am Donnerstag abgeebbt. Nach dreitägigen Verhandlungen in Peking hatten die Staaten in ihren Stellungnahmen deutlich gemacht, dass sie noch weit von einer Lösung des Konflikts entfernt sind. Aus China hieß es in einer Mitteilung, die Gespräche hätten "das gegenseitige Verständnis vergrößert und eine Grundlage geschaffen, um die Besorgnisse beider Seiten anzusprechen". Börsianer hatten sich allerdings konkretere Aussagen erhofft.

Fundamentale Daten sind derzeit Fehlanzeige. Der Haushaltsstreit in den USA legt das USDA lahm. Mitarbeiter sind im Zwangsurlaub anstatt dass sie heute, wie vorgesehen, die aktuellen Schätzungen "Wasde" zum globalen Ölsaatenmarkt veröffentlichen können.

Sojakomplex: Die Sojabohnen-Futures an der Chicago Board of Trade (CBoT) haben am Donnerstag Federn lassen müssen. Sie waren stark zurückgegangen, da der Optimismus hinsichtlich der Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China nachließ. Am Montag ist an der CBoT der letzte Handelstag für den Januar. Am Donnerstag gibt der Frontmonat um 16 Cent auf 8,95 US-$/bushel (umgerechnet 286 €/t) nach. Sojaschrot fällt um 6,40 auf 312,60 US-$/short tons (umgerechnet 300 €/t).

Die brasilianische Agrarbehörde Conab aktualisierte ihre Schätzungen zur Ernte von Sojabohnen auf 118,8 Mio. t. Das sind weniger als noch im Dezember, aber mehr als die meisten anderen Handelsschätzungen angegeben haben. AgRural hatte am Mittwoch die Prognose auf 117 Mio. t gesenkt. Wegen der Hitze im Land dürfte die Ernte niedriger als erwartet ausfallen. Es wird dennoch mit der zweitgrößten Sojabohnenproduktion in Brasilien gerechnet. Nach Aussagen von Conab werden große Exportmengen möglich sein. Hierzu fehlen heute die aktuellen Wasde-Zahlen, die eine Richtung für die brasilianischen Exporte gegeben hätten.

Raps: Die Canola-Kontrakte an der kanadischen ICE-Plattform fielen am Donnerstag stark. Der aktivste März-Termin wurde gerade noch oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 480,50 kan.-$/t abgewickelt, Es kam zu Übertragungseffekten, denn die Verluste im Soja-Komplex der CBoT belasteten die Werte. Schwächesignale und ein spekulativer Verkaufsdruck trugen zusätzlich zu den Rückgängen bei. Die Nachfrage nach kanadischem Canola bezeichnen Marktteilnehmer als schwach, sowohl im Export als auch von den kanadischen Ölmühlen.

An der Euronext in Paris dreht Raps kurz vor Börsenschluss am Donnerstag ins Plus auf 367,50 €/t nach einem enttäuschenden Handelstag. Die deutschen Ölmühlen sind für Januar weitgehend versorgt. Immer noch werden Altkontrakte, die wegen des langen Niedrigwassers festlagen, ausgeliefert.

Palmöl: Die Palmölbestände in Malaysia sind hoch. Die staatlichen Behörden veröffentlichen einen Anstieg der Vorräte im Dezember 2018 um knapp 7 Prozent auf eine Rekordhöhe von 3,22 Mio. t, gegenüber 3 Mio. t im November. Entsprechend sanken die Notierungen an der Börse in Kuala Lumpur am Donnerstag auf einen Niedrigststand in den vergangenen zwei Wochen von 2.163 Ringgit/t (umgerechnet 528,21 US-$/t).

Rohöl: Die Ölpreise haben ihren Anstieg der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Der Preis für die US-Sorte WTI fiel am Donnerstag um 41 Cent auf 51,95 US-$/Barrel (159 Liter). Die Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete 60,99 US-$/Barrel. Am Ölmarkt wurden die Erwartungen an ein schnelles Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China gedämpft. Zuletzt hatte auch die Förderpolitik Saudi-Arabiens den Ölpreisen Auftrieb verliehen. Saudi-Arabien hat seine Produktion auf 10,2 Mio. Barrel/Tag um 800.000 Mio. Barrel noch im November gekürzt. Belastet wurden die Ölpreise durch die US-Ölreserven, die in der vergangenen Woche nicht so stark wie erwartet sanken.

 

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