Märkte am Morgen: Getreide

Weizen gibt weiter nach


Zu Beginn der Woche stehen die Weizennotierungen unter Druck. Was das Wetter in Australien damit zu tun hat, lesen Sie hier.

Weizen: Niederschläge im Süden und Westen Australiens haben die Aussichten für die Weizenernte verbessert und Ängste vor einer erneut schwachen Ernte gedämpft. Für die kommenden Tage sind weitere Niederschläge vorhergesagt. Zwar kam der Regen für einige Farmer zu spät, weil sich das Aussaatfenster bereits geschlossen hatte. Dennoch ist die Erleichterung über den Wetterumschwung groß.

Die Weizenfutures in den USA reagierten mit Verlusten. An der CBoT gab Soft Red Winter um 14,5 Cent auf 4,77 US-$/bushel (154,12 €/t) nach; Hard Red Winter in Kansas verlor 19 Cent auf 4,70 US-$/bushel und Sommerweizen in Minneapolis 9,5 Cent auf 5,39 US-$/bushel. In Paris zog es die Notierungen ebenfalls nach unten. Der September schloss mit einem Minus von 2,25 bei 175,00 €/t, der Dezember rutschte um 2,50 auf 177,75 €/t ab.


Das Erntetempo für Winterweizen ist in den USA weiter hoch. Bis zum vergangenen Sonntag war das Korn auf 41 Prozent der Flächen gedroschen, das sind 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Bewertung der Bestände hat sich leicht verschlechtert. Auch beim Sommerweizen fielen die Bewertungen etwas schlechter aus, bleiben insgesamt aber sehr gut.

Belastet wird der US-Markt auch durch schwache Exportzahlen. Seit dem Beginn des Wirtschaftsjahres zum Monatsbeginn liegen die Mengen um 50 Prozent unter der Vorjahreslinie. Der Anteil der schlechten und sehr schlechten Flächen stieg von 3 auf 5 Prozent, der der guten und sehr guten verringerte sich von 78 auf 77 Prozent. Im Vorjahr waren zum gleichen Zeitpunkt 28 Prozent negativ und 40 Prozent positiv bewertet worden.

Syrien plant den Import von 1,5 Mio. t Weizen, berichtet Reuters. Die Ware soll in Russland, Bulgarien und Rumänien gekauft werden. Die einheimische Produktion ist - bedingt durch den Bürgerkrieg - auf 500.000 t gesunken, obwohl die staatlich garantierten Erzegerpreise mit 400 US-$/t deutlich über dem Niveau auf dem Weltmarkt liegen. In der Vergangenheit produzierte das Land in guten Jahren 4 Mio. t Weizen und konnte davon 1,5 Mio. t exportieren.

Mais: Die Maisnotierungen gaben in Chicago um 6,75 Cent auf 3,50 US-$/bushel (120,09 €/t) nach. In Paris verlor Mais 1,25 auf 163,50 €/t. Der gute Zustand der Maisbestände in den USA hat sich leicht verschlechtert. Im gestern veröffentlichten Crop Progress Report wurden 5 Prozent der Flächen als schlecht bewertet, das war 1 Prozent mehr als vor einer Woche und 3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die guten Bestände erreichten 77 Prozent, das war 1 Prozent weniger als vor einer Woche und 10 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die US-Exporte lagen in der Woche bis zum 21. Mai bei 1,5 Mio. t, das waren 10 Prozent weniger als in der Woche zuvor, lag aber 56 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Euro/US-Dollar: Der Euro konnte gestern zulegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1700 (Freitag: 1,1648) US-$ fest. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1712 US-$.

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