Märkte am Morgen: Getreide

Weizen sucht seinen Boden

Die Weizennotierungen geben auch am Dienstag nach. In den USA drückt eine größere Fläche für Winterweizen die Kurse. Europa leidet unter dem starken Euro.

Weizen: Der Abwärtstrend beim Weizen ist nicht zu stoppen. Gestern verlor die CBoT 4 Cent auf 4,16 US-$/bushel. An der Matif gab der Frontmonat März um 1,50 € auf 154,50 €/t nach. Wie gering die Hoffnung der Marktteilnehmer an eine Trendwende ist, zeigt die Tatsache, dass der Mai mit 2,25 € auf 157,75 €/t noch stärkere Verluste verbuchte.

Die EU-Weizenexporte starteten schwach ins neue Jahr. In der Woche bis zum 9. Januar summieren sich die Ausfuhren auf 153.000 t. In der Vorwoche waren es noch 322.000 t. Insgesamt sind in den ersten 28 Wochen dieses Wirtschaftsjahres 10,95 Mio. t exportiert worden, das sind 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Exporte aus Deutschland summieren sich auf 1,1 Mio. t. Die EU hat bei ihren wichtigsten Kunden Algerien (minus 22,8 Prozent) und Saudi-Arabien (minus 15,6 Prozent) Marktanteile verloren.


In den USA zeigt die wöchentliche Exportbilanz eine Menge von 369.000 t, das sind 56,7 Prozent mehr als in der Vorwoche. Sie liegt aber um 4,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Seit dem Beginn des Wirtschaftsjahres am 1. Juli wurden mit 15,1 Mio. t 6,5 Prozent weniger Weizen exportiert als im Vorjahreszeitraum.

Für Preisdruck sorgte in Chicago eine neue Schätzung der US-Winterweizenfläche durch das USDA. Erwartet werden nun 32,6 Mio. acres (13,2 Mio. ha), das wäre zwar die kleinste Fläche seit 1909 würde aber über den Markterwartungen von 30,1 bis 32,0 Mio. acres liegen.

Ägypten hat erneut Weizen in Russland gekauft. 295.000 t sollen im Februar geliefert werden.

Mais: Die Maisnotierungen in Chicago konnten gestern leicht zulegen. Der März schloss mit einem Gewinn von 2 Cent bei 3,48 US-$/bushel. Gestützt wird der Maismarkt von Wettermeldungen aus Südamerika. Fehlender Regen und hohe Temperaturen in Argentinien könnten die Maiserträge schmälern. In den USA konnten die Maiserträge im vergangenen Jahr in den meisten Bundesstaaten gesteigert werden, zeigt der Abschlussbericht der Statistikbehörde des US-Agrarministeriums.

Die Maisexporte der USA enttäuschen. In der Woche bis zum 11. Januar wurden 584.000 t ins Ausland geliefert, das waren 31,3 Prozent weniger als in der Vorwoche und 35,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf das gesamte bisherige Wirtschaftsjahr gerechnet fällt die Exportmenge um rund 36,2 Prozent kleiner aus. Auch die Schwarzmeerregion beklagt sinkende Maisexporte. Die russischen Ausfuhren liegen um 29 Prozent und die ukrainischen um 40 Prozent unter der Vorjahreslinie. Die Länder leiden unter dem großen Angebot aus Brasilien.

Die Maisimporte der EU stiegen bis zum 9. Januar auf 7,9 Mio. t, das sind 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Brasilien steigerte seine Ausfuhren in die EU auf 4,18 Mio. t um 435 Prozent. Zweitwichtigster Lieferant war die Ukraine mit 2,43 Mio. t.

Euro/US-Dollar: Der Euro schloss gestern bei 1,2265 US-$ leicht schwächer und wird heute Morgen bei 1,2242 US-$ notiert.

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