Märkte am Morgen: Getreide

Weniger Mais für Ethanol


Die wöchentliche Ethanolbilanz in den USA fällt enttäuschend aus. Zwischen den USA und Brasilien droht wegen des Biokraftstoffs Streit.

Weizen: Die Weizennotierungen in Chicago und Paris gaben am Mittwoch leicht nach. Die CBoT schloss mit Verlusten von 1,25 Cent bei 526 Cent/bushel und notiert am Morgen bei 524 Cent/bushel (169,40 €/t) erneut schwächer. Spätere Termine für Weizen aus der Ernte 2019 konnten in Chicago allerdings um bis zu 2,75 Cent zulegen. In Paris gab Weizen 75 Cent auf 203,50 €/t ab.

Laut einer Reuters-Umfrage ist die Winterweizenfläche in den USA gegenüber dem Vorjahr um 407.000 Arce auf 32,13 Mio. Arce geschrumpft. Vor allem der Anbau von Hard Red Winter soll eingeschränkt worden sein, um 354.000 Arce auf 22,58 Mio. Arce.


FranceAgriMer hat seine Prognose für die Weichweizenexporte leicht angepasst. Die Ausfuhren in andere EU-Staaten sollen in diesem Wirtschaftsjahr bei 7,557 Mio. t liegen, das sind 170.000 t weniger als in der Januar-Prognose. Die Vorhersage für die Exporte in Drittstaaten wurde um 150.000 t auf 8,85 Mio. t angehoben. Die Behörde reagierte damit auf den jüngsten unerwarteten Verkauf von 180.000 t Weizen nach Ägypten. Leicht reduziert wurden die Exportprognosen für Gerste. In EU-Länder sollen nun 3,319 Mio. t (minus 65.000 t) und in Drittstaaten 2,9 Mio. t (minus 100.000 t) geliefert werden.

Mais: Leicht schwächer schloss an der CBoT der Maismarkt. Der März gab 0,75 Cent auf 380 Cent/bushel ab und fällt über Nacht auf 379,25 Cent/bushel (131,37 €/t). In Paris schloss Mais unverändert bei 176,50 €/t.

Die Händler in Chicago reagierten auf enttäuschende Zahlen zum Maisverbrauch und zur Ethanolproduktion, die in der Woche bis zum 1. Februar auf den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober 2018 fielen. Leicht sinkende Ethanolbestände konnten wenig am bärischen Gesamteindruck ändern.

Beim Thema Ethanol bahnt sich ein Streit zwischen den USA und Brasilien an. Die USA haben die neue Regierung in Brasilia gebeten, die Einfuhrzölle auf Ethanol zu senken, teilte ein Beamter des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) am Mittwoch mit. Brasilien erhebt seit September 2017 einen 20-prozentigen Zoll auf Ethanolimporte, die eine zollfreie Quote von 150 Mio. Liter je Quartal übersteigen. Der neue Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, ist ein Bewunderer von US-Präsident Donald Trump. Bolsonaro hat sich zum Ziel gesetzt die Wirtschaft und insbesondere den Agrarsektor zu stärken. In der Ethanolproduktion soll sein Land wieder zum weltweiten Spitzenreiter werden und die USA vom 1. Platz verdrängen.

Euro/US-Dollar: Aus dem Euroraum kommen weiter Nachrichten, die auf eine Abschwächung der Konjunktur hindeuten. Der Euro gab gestern nach und fiel deutlich unter 1,1400 US-$. Heute Morgen wird der Euro mit 1,1360 US-$ gehandelt.

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